Luther-Gebet Mittwoch 9. Juni 2021:

Herzlich willkommen zu unserem (157.) Abendgebet, in der Wochenmitte.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes und seinen Heiligen Geist zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Pfingst-Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen in der Wochenmitte.

Wir machen uns bewusst, dass Christus lebt, auch durch uns, und wie Gott an unserer Seite steht.

Denn: Christus spricht: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich.“  (Wochenspruch für den 1. Sonntag nach Trinitatis aus Lukas 10, 16a)

Du bist die Quelle des Lebens, und in denem Lichte sehen wir das Licht.“ (Psalm 36, 10)

Einatmen – Ausatmen, ein wunderschönes Bild und Symbol für die schönen Dinge des Lebens, für willkommene Erholung und Ablenkung. An einem Strand im Sommer, in der Garten-Beiz, auf der Terrasse in der Abendsonne. In den kommenden Wochen werden wir hoffentlich genug Gelegenheit dazu haben oder uns suchen!

Einatmen – Ausatmen bezeichnet Grundlegendes unseres Lebens. Der Atem, das ruhig werden, erholen von Stress, ablenken von Sorgen, beiseiteschieben von Angst und Ärger.

Hier eine wunderschöne Musik dazu:

„Look at the world“, John Rutter

 https://www.youtube.com/watch?v=T4k8oVf9v78

 

 Was lässt uns aufatmen?

Was haben Wales, Italien und die Türkei gemeinsam?

Alle Länder sind schöne Urlaubsziele mit Meer und Stränden, alle sind auch Gegner der Schweizer Nati bei der Fussball-Europameisterschaft ab Ende dieser Woche. Deutschland konnte schon über den EM-Titel der U21 jubeln – vielleicht braucht die Gesellschaft in Pandemiezeiten solche Momente.

Denn: Fussball ist nicht nur ein Spiel. Fussball ist nicht nur, wie der englische Spieler Gary Linneker einmal sagte: das Spiel, wo 22 Männer hinter einem Ball herlaufen und am Ende Deutschland gewinnt, nein:  Fussball ist wie das Leben. Ein begrenzter Raum, eine begrenzte Zeit. Es geht nur mit Regeln und einem, der diese überwacht. Fussball hat auch eine grosse gesellschaftliche Bedeutung, bewegt und begeistert viele Menschen. Nicht nur die, die Sport treiben, sondern auch die, die als Zuschauer emotional dabei sein können. Bei einer EM werden Millionen von Menschen erreicht und es kann eine Botschaft der Verständigung gesendet werden: Fussball kann über Grenzen und Kulturen verbinden und hat so auch eine enorme Integrationskraft. Dabei ist aber entscheidend, an für alle wichtigen Werten festzuhalten, wie Fairness, Respekt, Wertschätzung, Transparenz und Solidarität.

Wegen Corona wurde das EM-Turnier um ein Jahr verschoben, aber das Virus bewegt die Welt weiterhin, auch die Europameisterschaft. Die Uefa hat Corona-Regeln aufgestellt, europäische Länder öffnen auf einmal wieder ihre Grenzen. Ich freue mich als Fußballfan zwar auf eine EM, finde es aber zu diesem Zeitpunkt teilweise noch schwierig mit Spielen vor Fans in Stadien.

Der Amateurfußball stand lange still und die Spieler fühlten sich benachteiligt. Es ist wichtig, dass nun auch der Amateursport wieder stattfinden kann.

Die EM wird erstmals nicht in einem Land, sondern in ganz Europa ausgetragen.

Ein schönes Zeichen, Menschen aus Europa kommen zusammen und feiern. Das war die Idee der Uefa zum 60-Jahr-Jubiläum: Europa zusammenzubringen und den Fußball zu den Fans zu bringen. Wichtig ist dabei, dass es eine gute internationale Zusammenarbeit gibt und dass die Förderung von Vielfalt eine große Rolle spielt.

Papst Franziskus, er selbst stammt aus der grossen Fussballnation Argentinien, hat vor einiger Zeit vor Fussballern in Italien gesprochen: «Ich bitte euch, dass die Schönheit des Fußballs nicht in finanziellen Verhandlungen endet.» Der Blick sollte auf das Spiel gerichtet werden, auf die Freude, die Begeisterung miteinander und die Gemeinschaft. Es braucht bei den hohen Gehältern und Transfersummen ein gutes Augenmaß und eine ethische Vertretbarkeit.

Wer Erfolge und Niederlagen erlebt, lernt für das Leben: dass nicht nur ein Sieg zählt, sondern auch der Umgang mit Niederlagen. Es braucht Leidenschaft, Spielfreude, Empathie.

Ob man aber für ein gutes Ergebnis beten kann?

Ich denke, dass man für alles beten kann, was einem am Herzen liegt. Einige Spieler bekreuzigen sich vor den Spielen oder schauen in den Himmel. Das Kreuzzeichen ist ein alter christlicher Ritus. Auch sich als Zuschauer oder Sportler vor dem Spiel bewusst unter den Segen und den Willen Gottes zu stellen, kann beruhigen und zu einem sportlichen Wettkampf motivieren.

Gibt es denn nun einen Fußballgott und kann der etwas bewegen?

Fussball hat nichts mit Magie zu tun. Das Kreuzzeichen ist kein magisches Ritual, sondern ich stelle mich, mein Leben, unter Gottes Segen. Das finde ich hilfreich, und es kann zu einer guten Konzentration führen. Vielleicht schliesst es die Bitte um Fairness ein.

Nach der EM kommt Olympia. Diese Spiele sind weltumspannend mit vielen Sportarten. Spitzensport wie auch die Tour de Suisse im Moment hat eine Vorbildfunktion und kann Werte vermitteln. Und: es kann ja auch dazu motivieren, selbst Sport zu treiben.

Mit Gedanken von Elisabeth Keilmann (Sportseelsorgerin aus Köln)

Musik:

The Lord Bless You and Keep You:     John Rutter, The Cambridge Singers, City of London Sinfonia

https://www.youtube.com/watch?v=QcYzO8Y4PH0

 

Fürbitten

„Herr,

lass uns fair spielen.

Lass unser Spiel in deinen Augen gut sein.

Lass unser ganzes Leben ein faires Spiel sein,

eine Augenweide für dich und die Mitmenschen.

Wenn du gnädig bist,

dann lass uns gewinnen,

hier im Spiel und später,

wenn das Leben und das Spiel zu Ende sind.“

(2010: Gebet der Fußball-Nationalmannschaft aus Ghana)

 

Guter Gott,

es sind nicht immer nur die grossen und tiefen

Probleme des Lebens,

die uns bewegen.

 

In diesen Tagen denken viele von uns

auch an sportliche Ereignisse.

Wir geniessen die Spannung beim Zuschauen,

die Begeisterung beim Siegen,

und wir sind gerührt von den Tränen der Verlierer.

 

Hilf, dass die weltweite Übertragung der Wettkämpfe

uns auch miteinander verbindet;

dass die sportlichen Begegnungen dazu beitragen,

Vorurteile zu überwinden und Verhärtungen im Verhältnis der Völker aufzulösen.

 

Verhindere, dass aus der Trauer über Niederlagen

Aggression wächst.

Tröste die Traurigen und weine mit den Weinenden und lache mit den Lachenden und lass uns spüren, wir sind eine, Deine Welt.

Gott, Dir sei gedankt,

dass uns aus so vielen Ereignissen Lebensfreude zuwächst.

Dir sei heute einmal für den Sport gedankt.

Und für unser Leben.

Und für die Hoffnung.

Du dreieiniger Gott,
schenke uns deinen Atem,
deine Liebe und deinen Frieden
heute und alle Tage.

In der Stille nennen wir Dir, was uns am Herzen liegt….

STILLE

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Gott, Quelle des Lebens,

breite seine Flügel aus, um uns zu schützen;

zünde sein Feuer in uns an und wecke in uns Freude und Mut;

sende uns eine leichte Brise und einen starken Wind,

die uns in Bewegung bringt und uns inspiriert zum Einsatz für seine Schöpfung und das Leben.

Durch Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebt und Leben schafft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Musik:

Les Choristes – La Nuit „Hymne à la nuit“ (2004)

https://www.youtube.com/watch?v=cQSTAhXR3Ko