LUTHER GEBET für Samstag, den 13. März 2021

 

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Ende der vierten Woche der Passionszeit.

 

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

 

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Amen.

 

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

 

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

 

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

 

Gott bleibt.

 

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.

 

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

 

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

 

Ich entzünde eine Kerze.

 

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

 

 

GEBET

 

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

 

Allein,

 

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

 

durch Deinen Geist

 

mit Schwestern und Brüdern,

 

mit Freundinnen und Weggefährten.

 

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

 

 

Wochenspruch für die Woche ab Sonntag Laetare 14.3.2021:

 

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ | Johannes-Evangelium 12,24

 

 

 

Musik: EG 98 Korn das in die Erde: Trompetenduett

 

https://www.youtube.com/watch?v=bPVx5g4DcKk

 

 

 

  1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,

 

Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt.

 

Liebe lebt auf, die längst gestorben schien:

 

Refrain: Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

 

  1. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,

 

unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn.

 

Hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Refrain

 

 

 

 

 

Es ist Bergfest! Die vierte Woche der Fastenzeit läuft, die Hälfte ist geschafft.

 

Dieser Satz wäre vor zwei Jahren noch völlig ohne zu stocken in die Tastatur geflossen. Aber seit einem Jahr spielen weder der Jahres- noch der Kirchenjahreskalender die Hauptrolle. Alles richtet sich am Verlauf der Pandemie aus. Wir hören Tag für Tag auf die neuen Zahlen, und unsere schwachen Hoffnungen richten sich auf die wiederkehrenden Absprachen in Bund und Kantonen. Anstatt auf die Auferstehung warten wir auf die Herdenimmunität oder den Impftermin. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie viel wir schon „geschafft“ haben. In Deutschland sagte der Direktor des Robert-Koch-Institutes, Prof. Lothar Wieler den Satz: „Wir sind im letzten Drittel, und das ist bekanntlich das schwierigste…“.

 

Wir spüren ständige Unsicherheit, über Abstände, eigene Zustände und äussere Umstände. Und mit der Unsicherheit steigen die Empfindlichkeit und unser Wunsch, uns um uns selbst zu kümmern. Die Frage, ob Impfstoffe gerecht verteilt werden, beantworten wir dann mit Ja, wenn wir selbst geimpft wurden. Wie die Corona-Lage in anderen Ländern aussieht, interessiert uns dann, wenn wir dort Urlaub machen wollen.

 

Die Politik macht es dann richtig, wenn sie sich für uns einsetzt. So denken wir nicht?

 

Uns liegt das Wohlergehen anderer sehr wohl am Herzen?

 

Lätare heisst der morgige Sonntag – das heisst auf Deutsch „Freuet euch!“ und man nennt diesen Sonntag auch das kleine Ostern mitten in der Passionszeit. In den Texten dieses Sonntags ist schon deutlich die Hoffnung auf das neue Leben angelegt, die Ostern zur Vollendung gelangt. Dazu passt das Bild vom Weizenkorn, das in die Erde fallen und sterben muss, um neues Leben hervorzubringen.

 

 

„Freut euch – allem Leiden zum Trotz!“ Mitten in der Passionszeit erklingt dieser Ruf. Freuen – warum? Weil schon im Sterben das Leben begriffen ist. Plastisch die Bilder, die Jesus wählt: Nur das Samenkorn, das in die Erde fällt, bringt Frucht. Brot muss verzehrt werden, um stärken zu können. Er selbst ist das Brot für uns, das jetzt schon den Hunger nach Leben stillt. Auch wenn wir nur das Schlimmste sehen: Trost ist ganz nahe. Denn Gottes Zusage gilt: „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.“

 

Wir können beginnen, der Hoffnung das Kommando zu übergeben und zuzulassen, dass sie uns führt, falls unsere Richtung gerade nicht stimmt. So freundlich, so zuversichtlich ist sie, trotz allem!

 

Und so könnte doch die neue Wochenaufgabe lauten: Geben wir bewusst der Hoffnung die Zügel in die Hand! Im „letzten Drittel“, im Blick auf Ostern.

 

Nehmen wir uns mindestens einen Tag vor, darauf zu hören, was die Hoffnung uns sagt. Besonders dann, wenn wir uns über etwas ärgern oder uns etwas Sorgen bereitet. Aber auch dann, wenn wir die Hoffnung ohnehin spüren können. Lassen wir uns von ihr bestimmen!

 

Ich wünsche uns einen im wahrsten Sinne hoffnungsvollen Sonntag und eine ebensolche neue Woche!

 

 

Als Zeichen der Hoffnung etwas ganz Praktisches:

 

Wer heute Kresse oder Weizen auf feuchte Watte oder in kleine Töpfe sät, hat zu Ostern einen kleinen Ostergarten zuhause. Anleitungen dazu findet man reichlich im Internet. Vielleicht ist es auch draussen bereits grün geworden? Achten wir beim nächsten Weg darauf: Kommen die ersten grünen Spitzen hervor? Leuchten die Osterglocken bereits? Riecht es schon nach Frühling?

 

 

Musik: Johann Sebastian Bach „Jesu meine Freude“ / Knabenchor Hannover

 

https://www.youtube.com/watch?v=n0LGcI3hHx4

 

 

 

Fürbitten

 

Jesu, meine Freude.
Wir singen es.
Allein und mit schwacher Stimme –
und sind nicht allein.
Wir singen es.
Getrennt von unseren Freundinnen und Freunden –
und sind nicht allein.

 

Jesu, meine Freude.
Wir singen es bangen Herzens,
in Sorge um die Kranken –
und sie sind nicht allein.
Wir singen es bangen Herzens,
in Trauer um geliebte Menschen –
und sind nicht allein.
Erbarme dich.

 

Jesu, meine Freude.
Wir singen es unter deinen Schirmen.
Wir singen es
und bitten um Schutz und Schirm für alle
die pflegen,
die forschen,
die retten.
Wir singen es
und bitten um Frieden
in unserem Land,
bei unseren Nachbarn,
in Syrien, im ganzen Nahen Osten, in Burma, in Äthiopien.
Erbarme dich.

 

Jesu, meine Freude.
Allein und in dir verbunden singen wir.
Wir singen und loben dich.
Wir singen und beten mit unseren Freundinnen und Freunden.
Wir singen und hoffen für alle, um die wir Angst haben,
Dir vertrauen wir uns an, heute, morgen und jeden neuen Tag.
STILLE

 

GEMEINSAM:

 

Vater unser im Himmel

 

Geheiligt werde dein Name.

 

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute.

 

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

Amen.

 

SEGEN Segensgebet mit Gesten

 

Gott segne dich.                                                 Arme zum Himmel ausstrecken

 

Ich strecke mich aus zu Dir, Gott,                   Hände vor die Brust legen

 

bitte Dich: Komm in mir wohnen                   mit den Händen einen Kreis um den Körper ziehen

 

umgib mich von allen Seiten,                         offene Hände vor die Brust halten

 

fülle mein Leben,                                             mit den Fingern leicht über den Kopf fahren                                                                                    (wie Regentropfen)

 

segne mich, behüte mich                              über dem Kopf ein Dach formen

                                                                          Hände falten

 

Das alles schenke Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.  Amen.

 

Musik: Johann Sebastian Bach: Jesus Bleibet meine Freude“ BWV 147

https://www.youtube.com/watch?v=U9K7rvhkliU

 The Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner