Luther-Gebet für Samstag, 24.4.2021:

 

Herzlich willkommen zu unserem (145.) Abendgebet, heute zum Wochenschluss.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind immer noch anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.             

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

verbunden, um diese Andacht zu feiern.

Wir kommen mit dem, was uns ausmacht, allen Erlebnissen, Begegnungen und Gefühlen am Wochenschluss.

Wir machen uns bewusst, dass Christus lebt, auch durch andere Menschen, und wie Gott an unserer Seite steht.

 

 

Wochen-Psalm 23:

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

Lied: Bernhard Klein (1793-1832): Der Herr ist mein Hirt (Psalm 23)

Mitglieder des  Bach-Chor Kilianskirche Heilbronn

https://www.youtube.com/watch?v=gfuNXVWYSNo

Andacht:

Viel wird zur Zeit gesprochen über Hoffnung, Zuversicht, Vertrauen, Glaube, Geduld, angesichts der immer noch und an manchen Orten noch schlimmer werdenden Pandemie. Ja, es ist gut, sich Hoffnung, Zuversicht, Glaube nicht nehmen zu lassen, oder sie sogar zu stärken. Der Nürnberger Psychoanalytiker, Arzt und katholischer Christ Prof. Bernd Deininger hat dafür Tipps parat:

„Unsere innere Abwehr“, auch die psychische Abwehr, ist mehr und mehr „geschwächt“ in dieser Zeit: „Kontaktarmut, Kompensationsmöglichkeiten wie Fitnessstudios, Sportvereine, Chöre“ fallen weg. Manchen Menschen reagieren mit Überängstlichkeit, manche mit Übermut. Was hilft, ist dann vor allem der Glaube an etwas: doch hilft wirklich „nur der Glaube an einen guten Gott, der einen nicht straft, nicht verachtet, nicht beschämt, sondern annimmt. Wir sind fehlbar und doch von Gott geliebt. Zu wissen: Du darfst Fehler machen! Das ist entlastend. Jede und jeder von uns hat einen barmherzigen Gott nötig, der ihm und ihr leben hilft.“ Ein erwachsener Glaube hat dann auch mit Freiheit und Wohlwollen zu tun, nicht mit Zwang und Strafe.“ „Mich stimmt der Glaube, dass mein Dasein Sinn hat, gelassen“. Das hilft mir, in der Pandemie Verantwortung zu tragen. Fas gibt mir Trost, wenn ich untröstlich bin.“ Und was rät der Psychologie-Professor denen, die jetzt voller Panik sind? Und er antwortet: „Sich einmal das Positive, was sie schon erlebt haben, vor Augen zu führen, auch in dieser Zeit, den letzten Urlaub, eine leidenschaftliche Beziehung, ein gutes Glas Wein, sich aber auch fragen: Wovor habe ich da Angst? Geben Sie ihr einen Namen! Dann kann ich sie bekämpfen oder mir Hilfe holen. Jedenfalls dümple ich dann nicht länger im Nebel meiner Unsicherheit dahin.“ Ohne einen Glauben kann der Mensch wohl nicht leben, in dieser Zeit besonders.


In diesen Tagen begegneten mir zwei Ideen. Die erste: Haben Sie schon mal eine Gemüsekiste bestellt? Mit Möhren, Mangold oder Pastinaken vielleicht, beim Biohof um die Ecke? In vielen Boxen finden sich darin dann immer auch leckere, gesunde Rezepte. Und das zum Beispiel mit Kindern vorzubereiten und zu kochen, kann viel Spass und Freude machen.

Dann bin ich noch einer zweiten Idee begegnet, oder besser gesagt:  über das Angebot einer Soulfood-Box, einer „Seelenfutterkiste“ gestolpert. Vorräte, Alltägliches mitten in dieser Zeit. Und ich habe überlegt: Was würde ich da reinpacken? Was bestellen, um meine Seele zu nähren? Hmm.

 

Die Verbindung zu anderen Menschen. Den intensiven Austausch mit ihnen. Verbundenheit spüren; das tut meiner Seele gut. Vertrauen können, authentisch sein, Nähe versuchen. Ok, dieses letzte Rezept brennt manchmal an. Wenn es aber gelingt, dann bringt es Süsses in das Leben.

Noch eine Grundzutat in dieser Seelenkiste ist unbedingt das „Draussen-Sein“. Das schafft Raum für sinnliche Erlebnisse und erdet mich. Manche sagen jetzt sogar: den Winter haben wir irgendwie überstanden. Jetzt der Frühling, das Licht, die Natur, das rettet uns. Seelisch.

In meine Seelenfutterkiste gehört aber unbedingt auch Achtsamkeit im Umgang mit mir selbst und mit Anderen. Dazu eine grosse Prise Dankbarkeit. Sie mildert den Geschmack von bitteren Erfahrungen. Eine Portion Wertschätzung, Sinn und viel Musik muss in meine Kiste mit rein. Für die Balance zwischen Anregung und Entspannung.

Jeden Tag Zwiesprache mit Gott und mit mir, und Stille. Und obendrauf dann noch Glaube, Liebe und Hoffnung. Oder dieser 23. Psalm. Und das gute Wort dieser Woche:

„Jesus spricht: Ich bin der Gute Hirte und ich kenne die Meinen.“
Eine reiche, wunderbare „Seelenfutterkiste“! Und was füllst Du, was füllen Sie hinein?

 

Fürbitten zu Psalm 23:

Gott, Du bist der, der Du für uns sein wirst: Stabträger, Tischdecker, Königssalber, Feindevertreiber, Hausbesitzer, HIRTE. Tausendfach sind Deine Namen, aber immer bist Du für uns.

Wir stehen vor Dir als die, die wir sind: Schutzsuchend, hungrig, gebeugt, unbehaust. Wir bitten Dich, nimm uns an und nimm uns auf wie ein guter Hirte seine Herde.

Du bist bei uns, bist Hoffnung und Zukunft, Trost und Leben.

Wir bitten für die, die Mangel haben und ihn fühlen.

Wir bitten für die, die hungern und dürsten.

Sei Du ein guter Hirte.

Wir bitten für die, die rastlos sind in ihren Seelen und umherirren ohne Ziel.

Wir bitten für die, um die es dunkel ist.

Sei Du ein guter Hirte.

Wir bitten für die, die verfolgt und vertrieben werden.

Wir bitten für die, die gebeugt und innerlich verwüstet sind,

für die, die nichts Gutes mehr vom Leben erwarten.

Sei Du ein guter Hirte.

Wir bitten dich um Deinen Beistand für unser neues Gemeindehaus und Deinen Schutz für alle, die daran bauen und planen.

Sei Du ein guter Hirte.

Was uns noch bewegt bringen wir in der Stille vor dich 

STILLE

 

Gott, wir danken dir, dass du unsere Gebete erhörst und so erfüllst, wie es zu unserem Besten dient.

Du bist bei uns. Du bist Hoffnung und Zukunft, Trost und Leben.

GEMEINSAM:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN:

Gott der Hirte sorgt dafür: niemand geht verloren, alle werden angenommen als Geliebte.

Christus der Auferstandene ist der gute Hirte und kennt uns alle. Niemand geht ihm verloren, niemand wird vergessen.

Gott der Heilige Geist bewahrt uns vor und in dem Dunklen und vor und in den Schatten: niemand geht verloren, niemand bleibt ohne Licht

So segne und behüte uns der sorgende und liebende Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Musik: Hurra wir leben noch – Milva (17. Juli 1939 Goro, Provinz Ferrara; † 23. April 2021 in Mailand

 https://www.youtube.com/watch?v=7MalI7RUkIU

Wie stark ist der Mensch? Wie stark?

Wie viel Ängste, wie viel Druck kann er ertragen?

Ist er überhaupt so stark wie er oft glaubt?

Wer kann das sagen?

Hurra! Wir leben noch!

Was mussten wir nicht alles überstehn?

Und leben noch!

Was ließen wir nicht über uns ergehen?

Der blaue Fleck auf uns’rer Seele geht schon wieder weg

Wir leben noch

Hurra! Wir leben noch!

Nach jeder Ebbe kommt doch eine Flut

Wir leben noch

Gibt uns denn dies Gefühl nicht neuen Mut und Zuversicht

So selbstverständlich ist das nicht

Wir leben noch

Wie stark ist der Mensch? Wie stark?

In der Not hilft weder Zorn, noch lammentieren.

Wer aus lauter Wut verzagt und nichts mehr tut,

Der wird verlieren.

Hurra! Wir leben noch!

Was mussten wir nicht alles überstehn

Und leben noch

Was ließen wir nicht über uns ergehn

Ach einerlei, der Kelch ging noch einmal an uns vorbei

Wir leben noch

Hurra! Wir leben noch!

Nach jeder Ebbe kommt doch eine Flut

Wir leben noch

Gibt uns denn dies Gefühl nicht neuen Mut und Zuversicht

So selbstverständlich ist das nicht

Wir leben noch

Hurra! Wir leben noch nach all dem Dunkel

Sehen wir wieder Licht

Wir leben noch

Der Satz bekam ein anderes Gewicht

So schlimm es ist

Es hilft, wenn man das nie vergisst

Wir leben noch

Wir leben

Songwriter: Doldinger Klaus / Woitkewitsch Thomas