LUTHER GEBET Samstag, den 27. Februar 2021

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Ende der ersten Woche der Passionszeit.

Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Gottesdienste sind anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Tageslosung und Lehrtext für Samstag 27.2.2021:

Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt, breitete der HERR seine Fittiche aus und nahm sein Volk und trug es auf seinen Flügeln.

  1. Mose 32,11

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.

Philipper 4,7

 

 

Musik: EG 317 Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren:

2) Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält, wie es dir selber gefällt;
hast du nicht dieses verspüret?

3) Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet!

https://www.youtube.com/watch?v=JSSkG0oSwcI

 

(Mit Gedanken nach NDR-Kirchenredakteurin Stefanie Grossmann)

In dieser Woche sind wir Zeugen eines historischen Ereignisses: nicht die Pandemie ist gemeint, sondern etwas zwischen 56 und 400 Millionen km von uns entfernt: die Weiterentdeckung des roten Planeten Mars. Auf seiner Bahn kommt er der Erde alle 16 Jahre am nächsten – etwa 56 Millionen Kilometer. So zuletzt im August 2003, so nahe wie selten zuvor. Eine ähnliche Annäherung des Mars an die Erde wird erst im Jahr 2208 wiederkehren. Nun kam er uns aber noch anders näher: Gespannt hörten wir in dieser Woche Tonaufnahmen des Mars-Roboters: Der Mars-Wind rauscht, begleitet von einem hohen, surrenden Ton. Es sind die ersten Aufnahmen, die vom Mars zu hören sind. Ob es noch mehr Geräusche als Windböen gibt, erkundet derzeit die Mars-Mission der NASA.

Es geht bei Missionen wie dieser auch um immer wiederkehrende, existenzielle Fragen, um menschliche Spurensuche: Gibt es Leben ausserhalb der Erde? Und wie könnte es aussehen? Da löst selbst eine kleine Windböe schon einen regelrechten Hype aus. Dabei ist das Leben außerhalb unserer Erde oft unwirtlich. In T.C. Boyles Buch „Die Terranauten“ ziehen acht Menschen für zwei Jahre in ein geschlossenes Ökosystem ein. Es gibt keinen Weg rein und keinen Weg raus. Sie leben wie in einer „Kapsel“ – und stehen sich mit all ihren Schwächen oft selbst im Weg.

„Verkapselung“ bedeutet in der Forschung so viel wie Schutz durch komplette Abtrennung von der Umgebung. Wer auf dem roten Planeten leben möchte, bei minus 50 Grad, müsste sich radikal abschotten. „Der Mars ist kein guter Planet für Menschen. Er ist eher lebensunfreundlich“, sagt der ESA-Generaldirektor Manfred Wörner. „Man müsste in Kapseln wohnen.“

Ein Leben ausschliesslich in Kapseln ist für mich unvorstellbar.

„Verkapselung“ im Sinne von Schutz und Selbstheilung finde ich gut. Einfach einen Moment mal ganz bei sich selbst sein, bei sich selbst ankommen. In diesem Sinne gefällt mir das Wort Kokon besser. Aus dieser Art Hülle kann ich mich befreien und wieder erden.

Die Verkapselung der Pandemie seit genau einem Jahr nun: sie scheint notwendig, aber mit mehr Intelligenz, Solidarität und Verstand kann sie bald vorüber sein.

Keine Böe, manchmal reicht ein Hauch: auch Gott braucht kein Spektakel – er ist einfach da, hier auf der Erde.

Und neben aller Faszination für das Leben auf anderen Planeten sollten wir nicht ganz vergessen, unseren Lebensplaneten Erde zu bewahren für das Leben auch der Generationen nach uns. Dafür ist es zum Beispiel wichtig, die Bäume unserer Erde zu schützen:

(SRF Meteo Instagram 26.2.2021)

Hermann Hesse beschrieb einmal die Bäume so: „In ihren Wipfeln rauscht die Welt, ihre Wurzeln ruhen im Unendlichen …Nichts ist heiliger, nichts ist vorbildlicher als ein schöner, starker Baum“. Doch schön und stark sind in den Wäldern nur noch etwa 1/4 der Bäume. Den anderen geht es schlecht. Dürre, starke Stürme und Borkenkäfer setzen ihnen zu, so aktuelle Waldzustandsberichte. Dabei kann man Bäume zu den wichtigsten „Influencern“ in unserem Leben zählen. Sie wirken auf uns. Auf die Gesundheit. Ein Waldspaziergang beruhigt die Nerven, stärkt Selbstheilungskräfte.

Gehen wir spazieren, kapseln wir uns nicht ab, sorgen wir füreinander und für das Leben auf dieser Erde. Unserem Planeten.

Und „der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“

Amen.

 

Musik: J S Bach: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, BWV 137:

Aria: Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet (Bass, Sopran)

https://www.youtube.com/watch?v=UNV3UAdOlaA

 

 

Fürbitten:

„In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet“,

Guter Gott, Du bist wie ein Adler, der seine Flügel über seine Jungen ausbreitet, wieder und wieder. Du trägst uns „auf deinen Flügeln“.

Du hast Dich immer wieder als jemand gezeigt, der schützt und trägt.

Wir bitten Dich: bleib uns treu, bewahre uns vor zu viel Abkapselung und vor Ohnmacht und Einsamkeit.

Gott, das Bild der starken Bewahrung passt nicht immer mit dem zusammen, was wir erleben. Fehlende Gemeinschaft und fehlende Berührungen, Isolationen prägen unseren Alltag.

Hilf uns weiter zu sehen, das Leben zu bewahren, für uns und für diese kostbare Welt im Kleinen wie im Grossen.

Sende Deinen Frieden, der weit über alles Verstehen hinausreicht, zu allen die skeptisch, verzweifelt, ängstlich sind, zu denen die für uns arbeiten in Gesundheitsdiensten, Schulen, Ausbildungsstätten, Regierungen, Verwaltungen…. Lass uns verstehen, was gut ist für das Leben auf der Erde und unter uns und danach handeln.

Lass deinen Frieden und Segen über uns wie der Adler über seinen Jungen sein und trag uns, wenn wir schwach werden und in Gefahr sind.

Dein Sohn sagte zu uns: wir sollen in ihm Frieden haben. „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16,33)

Lass uns durch deinen Sohn Jesus Christus auch in Nöten geborgen und füreinander da sein.

Wir denken heute besonders an:

………………………Wir nennen Namen von Menschen, an die wir denken.

STILLE

GEMEINSAM:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (Hans-Joachim Eckstein)

Gott sei mit dir! Er behüte dein Leben!

Er trage dich wie ein Adler auf Flügeln, er leite dich ewiglich.

Er führe dich über Höhen und Tiefen; in seinem Schatten sei bewacht!

Er, der stets hörte und sah, die ihn riefen, gibt auch auf dich täglich acht!

Unter den Flügeln des Höchsten geborgen, kannst du nun zuversichtlich sein.

All deine Schrecken und all deine Sorgen werden an seiner Hand klein.

 

Flieg wie ein Adler, lass los und vertraue!

Er will dir Kraft und Stärke sein.

Auf ihn, der liebevoll bei dir ist, schaue!

Er lässt dich niemals allein.

Amen.

 

Musik:

J S Bach: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, BWV 137:

Choral 5: Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen!

https://www.youtube.com/watch?v=lEroDvrFeFY