Guten Abend und herzlich willkommen zum 407. Luther Abendgebet 13. Mai. Es ist der Abend vor Himmelfahrt und wir wollen uns Zeit nehmen für für Gedanken, Musik und Gebet inmitten von Dankbarkeit und auch Sorgen des Lebens und der Welt.
Ich zünde eine Kerze an, gegen das Dunkel, für den Frieden, für Vertrauen, für die Hoffnung.
So sammeln wir uns heute Abend:
im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,
im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.
Amen
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.
MUSIK: Pachelbel: Kanon
https://www.youtube.com/watch?v=Ptk_1Dc2iPY&list=RDXpwCV3Y6Rh0&index=3
BILD Gebet 34
Wir sind hier, Gott,
weil wir auf Wunder hoffen:
Dass du für Gerechtigkeit sorgst
und für Frieden.
Dass du Herzen weit macht
und Mut hineinsäst.
Dass Liebe sich ausbreitet
und Freude und Jubel und Jauchzen.
Nicht irgendwann.
Sondern bald.
In diesem Leben.
Das wünschen wir von dir, Gott,
durch Jesus Christus,
dem die ganze Schöpfung zusingt,
zusammen mit allen Engeln
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Quelle: Liturgischer Wegweiser
GEDANKEN: Eisheilige
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
als ich gestern aufwachte, traute ich meinen Augen nicht: die Rigi war bis weit nach unten beschneit und der Zugerberg ebenfalls. Vor der Türe blühen zwar alle Sträucher wunderschön, das Thermometer zeigt jedoch 4 Grad. Und so soll es auch noch bis Samstag weiter gehen. Darauf war ich nicht vorbereitet, denn mein Herz hat sich längst schon auf die warme Sonne eingestellt und in der Blumenpracht des Frühlings eingenistet.
Da fiel es mir ein: Eisheilige. das sind die Tage der Eisheiligen.
Die sogenannten Eisheiligen begleiten uns jedes Jahr mitten im Frühling. Gerade wenn die Tage schon warm geworden sind, die Blumen blühen und man meint: Jetzt ist der Winter endgültig vorbei – dann kommen oft noch einmal ein paar kalte Nächte.
Die Menschen früher haben das genau beobachtet. Vor allem Bauern und Gärtner wussten: Vor den Eisheiligen sollte man empfindliche Pflanzen lieber noch nicht ins Freie setzen. Denn die Kälte kann überraschend zurückkommen.

BILD: Eisheilige
Die Eisheiligen liegen jedes Jahr zwischen dem 11. und 15. Mai. Sie tragen die Namen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie – die letzte kennt man oft auch als die „kalte Sophie“. Diese Namen stammen aus dem alten katholischen Heiligenkalender. Die Heiligen selbst lebten schon in den ersten Jahrhunderten der Kirche, ihre Gedenktage wurden dann im Mittelalter fest in den Kalender aufgenommen. Und weil die Menschen über viele Generationen beobachteten, dass es um diese Tage oft noch einmal kalt wurde, bekamen sie den Beinamen Eisheilige und wurden mit den Bauernregeln verknüpft.
Heute wissen wir: Das ist kein festes Naturgesetz. Aber erstaunlich oft passt es trotzdem. Und vielleicht liegt gerade darin etwas, das auch zu unserem Leben passt.
Denn wir kennen das ja nicht nur vom Wetter.
Manchmal denken wir: Jetzt wird alles leichter. Jetzt beginnt etwas Neues, etwas Helles, etwas Gutes. Und dann kommt doch noch einmal Gegenwind. Eine Sorge. Eine Enttäuschung. Ein Misserfolg, eine Niederlage. Eine kalte Zeit mitten im Frühling und im Sonnenschein des Lebens.
Die Eisheiligen erinnern uns daran: Rückschläge bedeuten nicht, dass alles verloren ist. Der Frühling bleibt trotzdem auf dem Weg. Das Leben wächst weiter, unaufhaltsam. Und auch Gott bleibt da.
Vielleicht ist das die Hoffnung, die wir heute Abend mitnehmen dürfen:
Gott bewahrt uns nicht vor jedem kalten Wind.
Aber er lässt uns auch in kalten Zeiten nicht allein.
Und wir dürfen uns darauf verlassen: Sonne und Wärme kehren zurück. Bald.
Amen
MUSIK: Christoph Zehendner: Teile das Meer
https://www.youtube.com/watch?v=DUOfZfFfXqs&list=RDDUOfZfFfXqs&start_radio=1
FÜRBITTE
Himmel und Erde sind dein,
Jesus Christus, du Auferstandener.
Deine Liebe ist unser Erbe,
dein Friede ist unsere Zukunft,
deine Gegenwart ist unser Glück.
Du bleibst an unserer Seite,
damit deine Liebe in der Welt sichtbar wird.
Wir bitten dich um Liebe im Leben
der Einsamen und der Trauernden,
der Kranken,
der Müden, Erschöpften und Überforderten.
Wir bitten dich um deine Liebe
für unsere Kinder,
für die Suchenden
und für die, deren Leben von Angst bestimmt ist.
Deine Liebe bringt den Himmel auf die Erde.
Erbarme dich.
Du bleibst an unserer Seite,
damit dein Friede in der Welt Raum gewinnt.
Wir bitten dich um Frieden
für die von Kriegen geplagten Menschen
in der Ukraine,
im Iran, Israel und dem ganzen Nahen Osten,
im Sudan und den vielen uns unbekannten Regionen.
Wir bitten um deinen Frieden
für die einander Verfeindeten,
für die vor Wut Verstummten,
für die Menschen, deren Herz voller Hass ist.
Dein Friede bringt den Himmel auf die Erde.
Erbarme dich.
Du bleibst an unserer Seite,
damit deine Gegenwart uns miteinander verbindet.
Wir bitten um deine Gegenwart
für die Barmherzigen, die helfen,
für die Mutigen, die sich den Mächten der Zerstörung widersetzen,
für die Sanftmütigen, die der Bitterkeit widerstehen.
Wir bitten dich um Einheit
in deiner Kirche,
in unserer Gemeinde,
in unseren Familien und Häusern.
Deine Gegenwart bringt den Himmel auf die Erde.
Dich loben wir und bitten dich:
Erfülle uns mit deiner Liebe und deinem Frieden
heute und alle Tage, die noch kommen.
(Wochengebet der VLKD)
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name;
dein Reich komme;
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern;
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen.

MITTEILUNGEN
Herzliche Einladung:
am Donnerstag, Himmelfahrt, um 10.00 Uhr ins Grossmünster zum Kantaten-Gottesdienst «Lutherische Messe» von Johann Sebastian Bach, mit Pfr. Risel und Pfr. Walti
am Sonntag zum Konfirmationsgottesdienst mit Abendmahl mit Pfin Marion Werner um 10.00 Uhr in der Martin Luther Kirche.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wünschen eine behütete und hoffnungsfrohe Woche.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Marion Werner mit Thomas Risel
SEGEN
Empfangt den Segen Gottes
Der Herr segne und behüte dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden
Amen
Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da
MUSIK Herbert Grönemeyer“Der Mond ist aufgegangen»
https://www.youtube.com/watch?v=9cXdSZX7wos&list=RD9cXdSZX7wos&start_radio=1