Herzlich willkommen zum 402. Luther-Abendgebet am Mittwoch, 25. März 2026
Wir sind in der 5. Woche der Passionszeit.
Eine Zeit, die uns einlädt zur Besinnung, zum Innehalten, zur Umkehr, zum Verzicht.
Zu kleinen Veränderungen im Alltag, die uns achtsam machen und neue Erfahrungen ermöglichen wollen.
Passionszeit – mit der Hoffnung, dass wir Gott in unser Leben lassen, uns selbst hören und spüren, und andere genauer sehen und verstehen.
Ich zünde eine Kerze an, für das Licht, für den Frieden, für Vertrauen, für die Hoffnung.
So sammeln wir uns heute Abend:
im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,
im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.
Amen.
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

Mein Gott,
so viel Zerstörung und Gewalt,
Krieg an so vielen Orten.
So vieles zerbricht,
steht sich unversöhnlich gegenüber.
Oft bin ich ratlos, mutlos.
Sende dein Licht und deine Wahrheit in dieses Dunkel,
in die Traurigkeit, die Angst, den Zweifel.
Sende dein Licht und deine Wahrheit
in mein Herz und in meinen Verstand.
Damit ich nicht aufgebe,
damit ich weitergehe,
damit ich dem Frieden traue,
damit ich nicht aufhöre zu hoffen auf dich.
Gebet der EKD zur Passionszeit
MUSIK: Holz auf Jesu Schulter https://www.youtube.com/watch?v=SY_sab5w5Zg&list=RDSY_sab5w5Zg&start_radio=1
LESUNG Helge Heynold liest Lukas 10,25-37
https://www.evangelisch.de/audios/253676/18-03-2026
FRAGEN
Kinder sind echte Frageprofis.
Sie stellen ständig Fragen – und oft beginnen sie so:
„Duhu? Weißt du wahas?“
Das ist eigentlich eine Einladung: Hör mir zu.
Und die Antwort ist oft wieder eine Frage: „Was denn?“
Eigentlich könnte man auch einfach sagen:
„Hör mal, ich möchte dir etwas sagen.“ – „Sag.“
Aber Kinder wählen lieber Fragen.
Denn Fragen haben mit Interesse zu tun. Mit Neugier.
Und dann stellen Kinder die verrücktesten Fragen:
Warum stoßen Bienen beim Fliegen im Schwarm nicht ständig zusammen?
Seit wann gibt es Zeit?
Warum hat Gott den Baum der Erkenntnis ausgerechnet in die Mitte des Gartens Eden gepflanzt?
Was gab es, bevor es Gott gab?
Besonders die Frage „Warum?“ ist eine der Lieblingsfragen von Kindern.
Sie fragen nicht, weil sie uns Erwachsene nerven wollen –
sondern weil sie entdecken wollen.
Weil sie verstehen wollen.
Weil sie mitten im Leben stehen und neugierig sind.
Ich mag Kinderfragen.
Weil sie mich herausfordern.
Und weil sie mich dazu bringen, über Dinge nachzudenken, die ich bisher nicht bedacht habe.

Manchmal beginnt alles mit einer Frage.
Nicht mit einer Antwort, nicht mit einer Erklärung – sondern mit einer einfachen Frage.
„Wie geht es dir wirklich?“
„Warum ist das so?“
„Was ist eigentlich wichtig im Leben?“
Fragen haben eine besondere Kraft.
Sie wecken Aufmerksamkeit.
Wer fragt, zeigt Interesse.
Wer fragt, signalisiert: Ich werde dir zuhören.
Und wer gefragt wird, merkt: Ich bin gemeint.
Und genauso beginnen auch viele Begegnungen mit Jesus: mit einer Frage.
Im Lukasevangelium hören wir von einem Schriftgelehrten, der zu Jesus kommt und fragt:
„Lehrer, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme?“
Eine große Frage.
Eine existenzielle Frage.
Eine Frage, die zeigt: Da sucht jemand Orientierung.
Und was macht Jesus?
Er gibt nicht sofort eine Antwort.
Er hält keine lange Rede.
Er stellt eine Gegenfrage:
„Was steht im Gesetz? Was liest du da?“
Jesus nutzt diese Gegenfrage, um dem Mann zu helfen, selbst nachzudenken.
Der Schriftgelehrte antwortet richtig:
Gott lieben. Den Mitmenschen lieben.
Jesus sagt: „Du hast recht. Tu das – und du wirst leben.“
Eigentlich ist damit alles gesagt.
Aber der Mann fragt weiter:
„Wer ist denn mein Mitmensch?“
Und wieder gibt Jesus keine direkte Definition.
Stattdessen erzählt er eine Geschichte – die Geschichte vom barmherzigen Samariter.
Warum macht Jesus das so?
Vielleicht, weil echte Antworten oft nicht einfach gegeben werden können.
Sie müssen wachsen.
Im Herzen.
Im eigenen Nachdenken.
Denn dann bewirken sie etwas.
Jesus lädt ein, selbst zu sehen.
Selbst zu verstehen.
Selbst zu entdecken.

Und vielleicht ist genau das auch für uns heute wichtig.
Wir leben in einer Zeit voller schneller Antworten.
Google weiß alles. KI sowieso.
Antworten sind überall verfügbar.
Noch nie in der Menschheitsgeschichte waren so viele Informationen zugänglich wie heute.
Aber:
Eine Information zu bekommen ist nicht dasselbe, wie eine Antwort wirklich zu verstehen.
Darum sind Fragen heute vielleicht wichtiger denn je.
Sie zeigen, wo wir stehen.
Was uns beschäftigt.
Wonach wir wirklich suchen.
Fragen können uns helfen, selbstständig zu denken.
Und hinter all den vielen Antworten herauszufinden:
Was ist für mich wirklich wichtig?
Was ist gut?
Darum eine kleine Einladung für diese Woche:
Achten Sie auf Ihre eigenen Fragen.
Wenn Sie eine Frage stellen – halten Sie einen Moment inne.
Spüren Sie nach:
Steckt echtes Interesse dahinter?
Neugier? Offenheit?
Oder vielleicht etwas anderes?
Und vielleicht entdecken Sie dabei:
Gute Fragen können verändern.
Gespräche. Beziehungen. Und sogar den eigenen Glauben.
Denn manchmal führt uns nicht die schnelle Antwort weiter –
sondern die ehrliche Frage.
Amen.
LIED wir hören die Sängerin Pink mit dem Lied «What about us?». Sie stellt die Frage: was ist mit uns? Sie kritisiert oberflächliche Antworten, ruft zu echter Menschlichkeit auf. Sie besingt das Thema: Welche Fragen sind ehrlich und wie begegnen wir einander. Die deutsche Übersetzung des Liedes wird im Video eingeblendet
https://www.youtube.com/watch?v=TP0nesOeQQc&list=RDTP0nesOeQQc&start_radio=1
FÜRBITTE (Katharina Wiefel-Jenner VLKD)
Jesus Christus,
du Bruder und Herr,
du hast alles Leiden dieser Welt ertragen.
Du bleibst die Hoffnung,
wenn sich der Tod als Sieger aufführt.
Du bist das Leben.
Erbarme dich.
Zu den Ausgestoßenen gehörtest du,
Jesus.
Wir bitten dich für die,
auf die niemand achtet,
die stören,
die schwach sind und über die die Starken hinweggehen.
Wir bitten dich für die,
die in Angst leben,
die um ihre Arbeit fürchten,
die vom Leben und den Menschen enttäuscht sind.
Du bist das Leben.
Erbarme dich.
Dein Blut wurde vergossen,
Jesus.
Wir bitten dich für die,
deren Blut die Mächtigen vergießen,
deren Häuser zerbombt werden,
deren Leben von Raketen und Drohnen bedroht ist.
Wir bitten dich für die Verletzten,
die Opfer der zahllosen Kriege,
für die, deren Wunden nur äußerlich vernarben,
für die, die beständig die Bilder des Grauens vor Augen haben.
Du bist das Leben.
Erbarme dich.
Du hast unter grausamen Schmerzen gelitten,
Jesus.
Wir bitten dich für die,
die krank sind und auf Heilung hoffen,
die Schmerzen leiden und niemand kann ihnen helfen,
Wir bitten dich
für die leidende Schöpfung,
für die, die verzweifeln –
an der Welt, in der wir leben,
an ihren Nächsten,
an sich selbst.
Du bist das Leben.
Erbarme dich.
Du zeigst uns den Weg in die ewige Stadt,
Jesus.
Wir bitten dich für deine Kirche,
in aller Welt und
an diesem Ort.
Wir bitten dich
für die Kinder, die hier getauft wurden,
für die Menschen, die hier ihre Heimat gefunden haben,
für die, mit denen wir es leicht haben und
auch die, die uns zu tragen geben.
Deine Liebe gilt uns allen.
Dir vertrauen wir sie an.
Du bleibst die Hoffnung.
Du bist das Leben.
So bitten wir dich heute und an jedem neuen Tag:
Erbarme dich.
Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name;
dein Reich komme;
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
MITTEILUNGEN
Herzliche Einladung
-am Sonntag, 29. März, um 9.30 Uhr zum Kurzgottesdienst mit Pfr. Risel und Pfrin Werner
-im Anschluss findet die Kirchgemeindeversammlung statt. Jahresrechnung 2025 und Budget 2026 können im Sekretariat eingesehen werden.
-die beliebte Osterkerze kann wieder in der Kirche gekauft werden.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wünschen eine gute und behütete Woche. Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Marion Werner mit Thomas Risel
SEGEN
Empfangt den Segen Gottes:
Möge Gott uns segnen,
Möge unsere Aufmerksamkeit andern zum Leben verhelfen
Möge unser Lächeln andere glücklich machen
Mögen unsere Worte dem Leben dienen
Möge unsere Gegenwart anderen eine Hilfe sein
Möge Gott unserem Zeugnis Kraft geben
So segne uns der barmherzige Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen
Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da
LIED: Felix Mendelsshon «Frühlings Lied» Op 62 Nr. 6