Guten Abend und herzlich willkommen zum 406. Luther Gebet am 29. April. Im kirchlichen Kalender befinden wir uns zwischen den Sonntagen Jubilate und Kantate, die beide einladen zum Danken, Singen und Jubeln vor Gott. So nehmen wir uns heute Abend Zeit für Gedanken, Musik und Gebet inmitten von Dankbarkeit und auch Sorgen des Lebens und der Welt.

BILD: Magnolienbaum und Statue von Luthers Frau Katharina von Bora im Garten des Lutherhauses von Wittenberg
Ich zünde eine Kerze an, gegen das Dunkel, für den Frieden, für Vertrauen, für die Hoffnung.
So sammeln wir uns heute Abend:
im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,
im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.
Amen
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt: Gott bleibt, unser Gebet bleibt.
MUSIK: Geh aus mein Herz und suche Freud
https://www.youtube.com/watch?v=kpgw1b4Md54&list=RDkpgw1b4Md54&start_radio=1
So betet ein Mensch im Psalm 30:
Du hast meine Klage in einen Tanz verwandelt,
mein Trauergewand hast du geöffnet, mich mit Freude umgürtet.
Damit Schönheit dich besinge und nicht schweige.
Ewige, meine Gottheit, ewig will ich dich loben.
(Ps 30,12f, in der Übersetzung der Bibel in gerechter Sprache)
Gebet:
In die Hände klatschen, jubeln, singen, fröhlich sein –
Wenn nur das Herz nicht so schwer wäre.
Unser Mut so klein.
Unsere Hoffnung so schwach.
Denkst du wirklich an uns, Gott?
An unsere Welt?
Erbarme dich!
Wir sind hier, Gott,
weil wir auf Wunder hoffen:
Dass du für Gerechtigkeit sorgst
und für Frieden.
Dass du Herzen weit macht
und Mut hineinsäst.
Dass Liebe sich ausbreitet
und Freude und Jubel und Jauchzen.
Nicht irgendwann.
Sondern bald.
In diesem Leben.
Das wünschen wir von dir, Gott,
durch Jesus Christus,
dem die ganze Schöpfung zusingt,
zusammen mit allen Engeln
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Im Buch Jesaja 12,2 steht: Gott ist mein Heil,
ich bin sicher und fürchte mich nicht.
Denn Gott, der EWIGE,
ist meine Stärke und mein Lobgesang.
MUSIK: J.S. Bach «Erschallet, ihr Lieder, erklinget, ihr Saiten» Eingangschor
https://www.youtube.com/watch?v=zQVPf51ExrA&list=RDzQVPf51ExrA&start_radio=1

BILD: Statue J.S. Bach in Eisenach vor dem Bach-Haus
GEDANKEN: Musik und Singen
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
warum ist Musik und das gemeinsame Singen im Gottesdienst so wichtig?
Würde es nicht reichen, einfach zuzuhören? Oder etwas anzusehen?
Warum also Musik -und warum Singen?
Martin Luther hat den Sinn von Musik und Singen in seinen Schriften sehr gut zusammengefasst:
Musik ist eine Gottesgabe. Luther nannte sie eine der «schönsten und herrlichsten Gaben Gottes»
In seinem Gedicht «Frau Musika» (1538), welches er als «Vorrede auf alle guten Gesangbücher» schrieb, pries er die Musik als Kraft, die Freude schenkt und Sorge und Traurigkeit vertreibt.
Musik ist für ihn ein «Labsal», also eine Art Medizin für die Seele: Sie erfrischt das Herz und macht froh.
Mehr noch: Luther war überzeugt, dass Musik auch böse und schwere Gedanken vertreibt. Und er stellte sie fast auf eine Stufe mit der Theologie, weil sie das Wort Gottes nicht nur vermittelt, sondern erlebbar macht.
Nicht zufällig war es auch Luther, der das erste evangelische Gesangbuch für die Gemeinde herausgegeben hat und dazu selbst Lieder komponierte. Das «Achliederbuch» sehen wir hier als Bild.

BILD: Achtliederbuch
Darum ist Musik in unseren evangelischen Gottesdiensten bis heute so zentral. Und das ist keine neue Idee: Schon im Alten Testament wurde gesungen, musiziert und getanzt. Denn Musik erreicht uns auf eine Weise, die Worte allein oft nicht können.
Sie holt uns dort ab, wo wir gerade stehen – in jeder Stimmungslage, in jeder Lebenslage.
Sie tröstet, sie erfreut, sie macht Mut.
Sie hilft Gefühle auszudrücken: Wut und Aggressionen abzulassen; Liebeskummer zu beweinen; sie treibt beim Sport an.
Und manchmal tut es einfach gut, laut mitzusingen, auch wenn nicht alle Töne korrekt und getroffen sind.
Natürlich können nicht alle gut singen. Nicht alle sind musikalisch.
Aber beim Gemeindegesang geht es auch gar nicht um Perfektion.
Es geht um Gemeinschaft. Um Beteiligung. Darum, Teil von etwas Grösserem zu sein.
Der Theologieprofessor Eberhard Jüngel hat einmal über die Musik am Ostermorgen geschrieben: Die Musik der Auferstehung, die Zukunftshimmelmusik müsse so sein, dass auch die ganz seufzende Kreatur, auch die groben Klötze und die stummen Dinge mitsummen und mitbrummen werden.
Ich mag dieses Zitat sehr. Denn es lädt wirklich alle ein – ohne Ausnahme.
Daher: Singen Sie! Vergessen Sie das Singen nicht: In der Kirche, im Chor, im Badezimmer, beim Kochen – wo auch immer.
Summend, singend oder auch pfeifend durch das Leben zu gehen tut gut.
Und: Gott freut sich über uns.
Amen
MUSIK: Sister Act: I Will Follow Him
https://www.youtube.com/watch?v=VPpd-6X3tEo&list=RDVPpd-6X3tEo&start_radio=1
Fürbitten
Schöpfer Gott, in allen Sprachen loben und singen wir deinen Namen.
Jeder Klang, jedes Wort findet bei dir Gehör.
Wir bitten für die Menschen, denen heute nicht nach Singen zumute ist,
für Kranke und Sterbende, für Verstorbene,
für die Trauernden und Verzweifelten.
Wir rufen: Gott erbarme Dich.
Wir bitten für die Menschen, deren Lied verstummt ist,
für die Opfer von Gewalt und Krieg, und die, deren Heimat in Trümmern liegt,
für Geflüchtete, Verschleppte und Gefangene.
Wir bitten für die Menschen, deren Gesang nicht gehört wird,
die von anderen übertönt werden.
Wir bitten für die mundtot Gemachten,
und für die, denen die Worte fehlen.
Wir rufen: Gott erbarme Dich.
Wir bitten für die Menschen, die taub geworden sind,
die dein Lied der Liebe nicht mehr hören wollen,
die mit Gefühlen von Hass leben,
für die, die ihren Nächsten das Leben schwer machen.
Wir rufen: Gott erbarme Dich
Wir bitten für unsere Gemeinde und die weltweite Kirche.
Lass uns nicht nachlassen nach neuen Liedern zu suchen,
Liedern der Hoffnung, und dir zum Lob zu singen!
Schenk uns ein neues Lied, Gott, bring unser Leben zum Klingen,
und lass uns in deiner Stille Geborgenheit finden.
Für deine Welt bitten wir, dass sie erfüllt werde von deiner Friedensmelodie.
Leg sie in unser Herz – immer wieder neu.
Gott, erbarme Dich.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name;
dein Reich komme;
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern;
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen.

BILD: Züricher rosa Kirschblüten
MITTEILUNGEN
Herzliche Einladung:
am Sonntag zum Gottesdienst mit Pfarrerin Hanna Kandall um 10.00 Uhr in der Martin Luther Kirche. Parallel dazu feiern die Kinder den Kindergottesdienst mit Mathilda Thiel und Anouk Voss.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wünschen eine behütete und hoffnungsfrohe Woche.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Marion Werner mit Thomas Risel
SEGEN aus Ägypten
Der Herr segne dich.
Er erfülle deine Füße mit Tanz
und deine Arme mit Kraft.
Er erfülle dein Herz mit Zärtlichkeit
und deine Augen mit Lachen.
Er erfülle deine Ohren mit Musik
und deine Nase mit Wohlgerüchen.
Er erfülle deinen Mund mit Jubel
und dein Herz mit Freude.
Er schenke dir immer neu die Gnade der Wüste:
Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung.
Er gebe uns allen immer neu die Kraft,
der Hoffnung und dem Frieden ein Gesicht zu geben.
MUSIK ABBA “Thank you for the Musik”
https://www.youtube.com/watch?v=0dcbw4IEY5w&list=RD0dcbw4IEY5w&start_radio=1