Guten Abend und herzlich willkommen zum 404. Luther Abendgebet am 8. April 2026. Wir befinden uns in der österlichen Freudenzeit. Wir dürfen uns freuen und fröhlich sein, denn Gott ist Sieger über Leid und Tod. Er schenkt Neuanfänge, wo wir keinen Ausweg mehr sehen. Er führt uns immer wieder ins Licht, hin zur Freude und Dankbarkeit. So nehmen wir uns heute Abend Zeit für Musik, Gebet, Stille, Dankbarkeit – und Osterlachen.

BILD Osterbaum Martin Luther Kirche

 Ich zünde eine Kerze an, gegen das Dunkel, für den Frieden, für Vertrauen, für die Hoffnung.

 So sammeln wir uns heute Abend:

im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter in Liebe umfängt,

im Namen Jesu Christi, dem Herrn und Bruder, der uns im Leiden trägt und hilft,

und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns verbindet zwischen Himmel und Erde.

Amen

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:  Gott bleibt, unser Gebet bleibt.

 MUSIK: Händel «Messias» Arie «Doch du liessest ihn im Grabe nicht»

https://www.youtube.com/watch?v=dIvcPVKDje4&list=RDdIvcPVKDje4&start_radio=1

 Gedanken: Osterlachen

Liebe Gemeinde, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

«Denkt ein Pfarrer so für sich: ich wünsche mir, dass in meinem Gottesdienst mal ein Wunder geschieht. Dann würden endlich alle glauben. Und dann passiert das Wunder tatsächlich an Ostern. Eine Dame ruft gegen Schluss «Herr Pfarrer, ich kann wieder laufen!» Der Pfarrer fällt auf die Knie, lobt Gott und fragt: «Wie ist das geschehen?» Und die Dame antwortet: «Sie haben so lange gepredigt, jetzt ist der Bus weg.»

 Das Osterlachen, das sogenannte «Risus pascalis» hat in der christlichen Tradition eine lange Geschichte. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war es in ganz Europa verbreitet. Die Idee dahinter ist einfach: Wenn Christus den Tod besiegt, darf gelacht werden-ja, man soll es sogar. Der Tod, so die Logik, ist der Verlierer und wird ausgelacht. In manchen deutschsprachigen Regionen wurde daraus eine liturgische Tradition. Pfarrer erzählten in der Ostermesse Witze, absurde Geschichten oder Anekdoten. Ziel war nicht Belehrung, sondern ein Moment kollektiver Erleichterung: ein Lachen.

Für mittelalterliche Theologen war Ostern nicht nur der Sieg über den Tod, sondern auch ein göttlicher Streich. Gott, so könnte man sagen, hat Tod und Satan ausgetrickst «Tod, wo ist dein Stachel?».

Natürlich stiess das nicht überall auf Zustimmung. Schon im 17.und 18. Jahrhundert klagten kirchliche Autoritäten, manche Prediger übertrieben es. Der Wirtz wurde derb, das Gelächter laut, die Kirche zum Wirtshaus. Irgendwann zogen die Obrigkeiten die Notbremse: Das Osterlachen verschwand aus den Gottesdiensten.

Heute wird der Brauch wiederentdeckt. Einer, der ihn populär macht, ist der Bischof Stefan Oster aus Passau. Nach dem Ostergottesdienst erzählt er regelmässig einen Witz. 2024 brachte er im Stephandom die Gemeinde zum Lachen. Der Mitschnitt auf YouTube wurde 2 Millionen Mal geklickt und angesehen.

 Osterwitz 2024 https://www.youtube.com/watch?v=q7YhX7fELgE

 Wenn man von der Tradition des Osterlachens absieht, so muss man sagen – seit fast 2000 Jahren haben Scherz und Witz in der Kirche einen schweren Stand. Alle Konfessionen sind sich einig: Der christliche Glaube ist eine ernste Angelegenheit. Während die griechischen Götter im Olymp lachten, forderte Kirchenvater Johannes Chrysostomos: Ein Christ, der mit seinem Herrn gekreuzigt sei, dürfe nie lachen, sondern müsse weinen. Auch die Reformation änderte wenig an der kirchlichen Humorlosigkeit. Im Gegenteil. Die strenge calvinistische Kirchenzucht verbannte den Spass vor die Kirchentür.

Lachen hat in der Kirche wenig Platz, obwohl Psychologen und Mediziner längst wissen, dass Humor befreit und Stress abbaut.

Hatte Jesus Humor? «Ja» sagt Felix Berki, der Vikar des Basler Münsters. Jesus erzählte gemäss der biblischen Überlieferung keine Schenkelklopfer, aber seine Gleichnisse und Geschichten zeugen von Schlagfertigkeit und hintergründigem Witz. So hat Vikar Berki in diesem Jahr für die Suche nach dem richtigen Osterwitz für das Basler Münster ein Workshop organisiert, unter dem Motto «Gold, Weihrauch und Möhren».

Gern lade ich Sie ein: Nehmen Sie das Osterlachen mit in Ihren Alltag. Erzählen Sie einander einen Witz, lesen Sie etwas Heiteres, schenken Sie sich und anderen ein Lächeln. Denn wo gelacht wird, da wird das Leben leichter – und vielleicht auch ein kleines Stück österlicher.

 Osterwitz 2021: https://www.youtube.com/watch?v=VSnOwV_5lac

 FÜRBITTE (Wochengebet der VELKD)

Der Stein ist weggerollt,.
Jesus lebt.
Der Auferstandene ist mit uns auf dem Weg.
Halleluja.

 Danken wir Gott 
für das Leben,
für die aufblühende Natur,
für die Freude und dieses Fest.

Bitten wir Gott
für alle, deren Leben bedroht ist,
für die Regionen, die unter den Folgen der Klimaerwärmung leiden,
für die, denen alle Festfreude genommen wurde.
Kyrie eleison.

 Danken wir Gott
für die Momente des Friedens,
für die Menschen, die freundlich zu uns sind,
für die Solidarität, die wir erfahren.

Bitten wir Gott
für die Friedlosen, die mit ihrer Wut der Welt zusetzen,
für die, welche die Welt mit Hass überziehen,
für alle, die ihre Nächsten verachten.
Kyrie eleison.

 Danken wir Gott
für Brot und Wein,
für den Ort, an dem wir geborgen sind,
für unsere Liebsten.

Bitten wir Gott
für alle, denen das Nötigste zum Überleben fehlt,
für die, deren Heimat zerstört wird 
und deren Häuser verwüstet werden,
für alle, die ihre Liebsten vermissen, 
für die Einsamen.
Kyrie eleison.

 Danken wir Gott
für Jesus Christus,
für seinen Sieg über den Tod,
für das Glück, zu ihm zu gehören.

Bitten wir Gott
für die Gemeinden in aller Welt,
für die Kranken und Sterbenden,
für die Kleinen und die Großen, die in diesen Tagen getauft werden.
Kyrie eleison.

 Das Leben ist stärker als der Tod.
Jesus lebt und wir sollen auch leben.
Wie wunderbar ist das.
Lasst uns Gott danken für Jesus Christus
und das Leben feiern,
heute und morgen und alle Tage.
In der Stille bringen wir vor Gott, was uns persönlich wichtig ist.

 Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name;
dein Reich komme;
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern;
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

MITTEILUNGEN

Herzliche Einladung

-morgen zum Seniorennachmittag. Dr. Jakob Knaus hält den Vortrag «Waldmusik mit Horn»

-am Sonntag, 12. Mai um 10.00 Uhr, zum Abendmahlsgottesdienst mit Pfrin Werner

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wünschen eine behütete und hoffnungsfrohe Woche. Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!

Marion Werner mit Thomas Risel

 SEGEN

Empfangt den Segen Gottes:

Möge Gott uns segnen,

Möge unsere Aufmerksamkeit andern zum Leben verhelfen

Möge unser Lächeln andere glücklich machen

Mögen unsere Worte dem Leben dienen

Möge unsere Gegenwart anderen eine Hilfe sein

Möge Gott unserem Zeugnis Kraft geben

So segne uns der barmherzige Gott,

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen

Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da

 MUSIK zum Ausklang «Christ ist erstanden»

https://www.youtube.com/watch?v=WDQIIXM_oxQ