
BILD: Adventskranz Martin Luther Kirche
Herzlich willkommen zum 386. Luther Abendgebet am Mittwoch, 3. Dezember 2025
Wir sind im Advent, einer Zeit der Erwartung und der Verheißung – auch mitten in bewegten Zeiten, in denen Frieden und Krieg, Sicherheit und Ungewissheit dicht beieinander liegen.
Gerade im Dunkel wächst unsere Sehnsucht nach Licht, nach Wärme, nach Wandel und Heilwerden.
Im Advent dürfen wir darauf vertrauen, dass neues Licht kommt – leise, aber wirksam.
So nehmen wir uns Zeit für schöne Bilder, Musik, Nachdenken und Gebet. Lassen wir uns stärken und tragen von dem Licht, das uns zugesagt ist.
MUSIK zum Lauschen oder mitsingen «Tochter Zion»
https://www.youtube.com/watch?v=y-R81n9PWZE&list=RDy-R81n9PWZE&start_radio=1
Ich zünde eine Kerze an, vielleicht am Adventkranz, für Dankbarkeit, für Vertrauen, für die Hoffnung.
So sammeln wir uns heute Abend
im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes,
der wie ein Licht über uns aufgeht und uns verbindet
zwischen Himmel und Erde.
Amen.
Unsere Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt:
Gott bleibt –
sein Licht bleibt –
und unser Gebet bleibt.
Gebet: Gott, du öffnest den Himmel.
Wir heben den Kopf.
Wir sehen dir entgegen.
Wir brauchen deine Hilfe.
Komm, in unsere Welt.
Das bitten wir durch Jesus Christus,
der mit dir und dem heiligen Geist
lebt und lebendig macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.
BILD: Gebet 15 Zentrum Verkündigung der EKHN, www.liturgischer-wegweiser.de
GEDANKEN: Herrnhuter Stern
Liebe Gemeinde, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
am Freitag vor dem ersten Advent haben unsere Sekretärin Tanja Meier und ich in der Kirche und im Gemeinderaum die Herrnhuter Sterne aufgehängt. Den strahlend gelben in der Kirche und den roten im Gemeinderaum.
Inzwischen nehmen wir die Sterne nicht mehr jedes Jahr auseinander und bauen sie dann in Kleinstarbeit vor dem 1. Advent wieder zusammen. Sie bleiben aufgebaut und hängen an einem besonderen Platz im Archiv. So ging das dieses Jahr schnell mit dem Aufhängen. Dennoch ist es jedes Mal eine Freude, wenn der gelbe Stern in der Kirche leuchtet.
Und so laufen von nun an alle, die die Kirche betreten, unter dem Licht des Sternes hindurch. Ganz nah ist das sanfte Licht des Sternes, das jeden anstrahlt.

BILD: Herrnhuter Stern MLK
Der Herrnhuter Stern, der nun in unserer Kirche leuchtet, hat eine besondere und schöne Entstehungsgeschichte. Seine Wurzeln liegen im frühen 19. Jahrhundert in den Internatsschulen der Herrnhuter Brüdergemeine. Dort suchte ein Mathematiklehrer nach einer anschaulichen Möglichkeit, seinen Schülern Raumformen und Geometrie näherzubringen. So entstanden die ersten Sterne aus Papier – sorgfältig gefaltet, geklebt und schließlich mit Licht versehen.
Mit der Zeit wurden diese Sterne mehr als nur Unterrichtsmodelle. Sie wurden von den Schülern geliebt, in den Internaten aufgehängt und bald zu einem Zeichen, das den Beginn der Adventszeit markierte. Zuerst waren sie in den Farben Weiss (das steht für Reinheit) und Rot (das steht für das Blut und die Liebe Christi) gehalten. Gelb und andere Farben kamen später hinzu.
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte ein Lehrer der Brüdergemeine einen Stern, den man zerlegen und verschicken konnte. Damit begann die Verbreitung der Herrnhuter Sterne weit über die eigene Gemeinschaft hinaus – bis sie schließlich in vielen Kirchen und Häusern zu leuchten begannen.
Ich mag unseren gelben Herrnhuter Stern in der Kirche sehr. Er erinnert mich immer an die Kraft des Lichtes. Licht vertreibt Finsternis und Dunkelheit. Stellt man eine kleine Kerze in einen dunklen Raum, wird ihr Licht den Raum erhellen. Öffnet man am Abend ein Fenster, so wird nicht die Dunkelheit in das helle Wohnzimmer hineinströmen, sondern das Licht hinaus in die Dunkelheit. Immer ist es das Licht, dass sich ausbreitet und die Dunkelheit vertreibt. Und die vielen Zacken des Herrnhuter Sterns weisen in alle Richtungen und erzählen davon, dass Gottes Licht überallhin reicht – in unsere Häuser, in unsere Ängste und Hoffnungen, in unsere Freude und unsere Sorgen.
Im Lied «Macht hoch die Tür», das wir gleich hören werden, heisst es «ER (Christus der Retter) ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat».
MUSIK zum Lauschen oder mitsingen «Macht hoch die Tür»
https://www.youtube.com/watch?v=e2NA6hHVTSw
FÜRBITTE
Herr Jesus Christus,
Dir vertrauen wir uns an.
Danke für die Freude dieser Tage.
Danke für alle Liebe, die wir teilen dürfen;
für alle Vertrautheit und Verbundenheit;
für alle Menschen, die uns am Herzen liegen
und denen wir am Herzen liegen.
Wir bitten um deinen Segen für sie,
um deinen Segen für alle, die wir lieben,
und ganz besonders für unsere Kinder.
Umgib sie mit deinem Schutz
und bewahre sie vor allem, was ihnen schaden will.
Wir bitten um dein Licht für alle,
in deren Leben es gerade dunkel ist.
Für die, die niemanden beschenken können
und denen niemand etwas schenken wird,
für die, deren Wohnungen kalt sind;
für alle, die heute hungrig bleiben;
für alle, die kein Zuhause haben.
Wir bitten um dein Licht für alle,
deren Leben überschattet ist von Angst;
von Gewalt; von Depression; von Sucht.
Wir bitten um dein Licht für alle,
die den Tod vor Augen haben und für die,
die bei ihnen sind.
Wir bitten um deinen Frieden für die Welt.
Wir denken besonders an das Heilige Land (Israel, Gaza, Westjordanland)
und an die Ukraine und an alle Länder, die von Krieg, Gewalt und Angst überschattet sind.
Wir bitten für alle Fachleute in der Entwicklungsarbeit und alle,
die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.
Stärke sie. Und bewahre alle,
die um ihres Glaubens willen verfolgt werden.
Wir bitten dich Gott für unsere eigene Gemeinde: Stärke uns im Advent mit deinem Licht, damit wir aufmerksam füreinander sind und Hoffnung weitertragen. ¨
In der Stille bringen wir unsere persönlichen Bitten vor dich …
Du bist nahe.
Verwandle und heile uns, Herr.
Lass uns erkennen, dass wir getragen sind.
VATER UNSER im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
SEGEN
Empfangt den Segen Gottes:
Der Herr segne und behüte dich.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.
Bleibt zuversichtlich, denn Gott ist da.
Amen

Bild: Wochenspruch Dezember 2025
VERABSCHIEDUNG
Herzliche Einladung zum Gottesdienst am 2. Advent (7. Dezember) in die Martin Luther Kirche ein mit Pfr. Risel in Begleitung der Sängerin Grete Einsiedler und des Ensembles 23.
Herzlich laden wir für den 11. Dezember zur Adventsfeier für Seniorinnen und Senioren ein und bitten um Anmeldung im Sekretariat.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wir wünschen allen noch eine lichtvolle, behütete Adventszeit!
Bleiben wir zuversichtlich. Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Marion Werner und Thomas Risel
MUSIK: Veni, veni Emmanuel – ein aus dem Mittelalter stammendes Advent- und Weihnachtslied.
https://www.youtube.com/watch?v=gGhCcddI2iY
Komm, komm, Immanuel!
Befreie das gefangene Israel,
das in der Verbannung wehklagt,
beraubt um Gottes Sohn.
Freue dich, freue dich; Immanuel
wird für dich, Israel, geboren werden.
Komm, o Spross des Jesse!
Aus des Feindes Klauen
führe die Deinen heraus,
aus der Tiefe der Unterwelt,
aus dem Abgrund der Hölle.
Freue dich …
Komm, komm, o Morgenstern!
Tröste uns, indem du kommst.
Vertreibe die Nebel der Nacht
und die schreckliche Finsternis des Todes!
Freue dich …
Komm, Schlüssel Davids!
Schließe auf die himmlischen Reiche.
Mach sicher den Weg nach oben
und verschließe die Wege nach unten!
Freue dich …