Herzlich willkommen zum online Gottesdienst der lutherischen Kirche Zürich heute, am 13. Sonntag nach Trinitatis.

 Wir sammeln uns im Namen Gottes,

des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

MUSIK zum Eingang: Edvard Grieg «Morgenstimmung»

https://www.youtube.com/watch?v=M7NLZDig9_U

 

GEBET

Lasst uns beten

Luthers Morgensegen:

Ich danke dir, mein himmlischer Vater,

durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn,

dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast,

und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel,

dass dir all mein Tun und Leben gefalle.

Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.

Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.

Amen

 

Wir SINGEN : Morgenlicht leuchtet. Gesangbuch Nr. 455

https://www.youtube.com/watch?v=ZbwiDCKo54M

 

HINFÜHRUNG ZUM KYRIE

 Nirgends Gott, außer bei dir,

gibt es einen Ort, an dem wir loswerden können, was uns beschwert:

Unsere Angst und unsere Sorgen;

Worte und Taten, mit denen wir Unfrieden gestiftet haben;

unsere Ungeduld und Rastlosigkeit;

unsere Bequemlichkeit und unser Beharrungsvermögen;

unsere Angst vor Veränderungen.

Du nimmst es von uns und gibst uns neue Kraft und neuen Mut.

Darauf wollen wir vertrauen, wenn wir zur dir rufen:

 

Wir SINGEN : KYRIE

https://www.youtube.com/watch?v=PEc1QKJAFtw

 

Kyrie eleison.

Herr, erbarme dich !

Christe eleison!

Christe, erbarme dich!

Kyrie eleison!

Herr, erbarm dich über uns!

 

HINFÜHRUNG ZUM GLORIA: Gott, obwohl du um unsere Fehler und Schwächen weißt, erbarmst du dich deiner Kinder. Immer und immer wieder seit Menschengedenken. Wir loben dich und singen dir:

 

Wir SINGEN: GLORIA

https://www.youtube.com/watch?v=BTJ_Il2xkKk

 

 EVANGELIUM für heute steht bei Lukas im 10. Kapitel, Verse 25-37. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter hören wir gesprochen von Ruedi Kündig begleitet von seiner Frau Claudia Kündig, die die Geschichte als Sandmalerin darstellt.

 https://www.youtube.com/watch?v=P7isy7V27Bg

 

GLAUBENSBEKENNTNIS: Wir sprechen gemeinsam ein Glaubensbekenntnis von Wolfgang Lorenz und Bernhard Wolf

 Ich glaube,
dass unsere Welt aus Gottes guten Händen kommt –
schön und unendlich reich an Farben und Formen,
wunderbar geordnet im Zusammenspiel der Kräfte
und dem Geflecht des Lebens –
Lebensraum für alle Kreaturen –
uns Menschen anvertraut, ihn zu bebauen und zu bewahren –
noch nicht am Ziel, sondern immer noch im Werden.

Ich glaube, dass Jesus Christus die Hoffnung ist für unsere Welt.
Mitleidend mit allen Geschöpfen bis hin ans Kreuz,
will er in vorbehaltloser Liebe uns dazu befreien,
leben zu lernen im Einklang mit unserm Schöpfer –
teilzuhaben an seiner Macht, Krankes zu heilen –
Hass, Unfrieden und Resignation zu überwinden.
Als Auferstandener will er uns erwecken zu neuem Leben.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
der uns die Augen öffnet für das göttliche Geschenk der Vergebung –
uns beflügelt zu klarsichtigem Handeln –
und uns zueinander führt in der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes,
über Parteien- und Ländergrenzen hinweg zu gemeinsamem Tun
im Dienste des Lebens zum Lobe Gottes
in der Hoffnung auf Vollendung.

 

PREDIGTTEXT  für heute steht im 1. Buch Mose im 4 Kapitel: Es geht um „Kains Brudermord“

1 Und Adam erkannte seine Frau Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mithilfe des HERRN.

2 Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann.

3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes.

4 Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer,

5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick.

6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? 7 Ist’s nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.

8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.

9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?

10 Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.

11 Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.

12 Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.

13 Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als dass ich sie tragen könnte. 14 Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir’s gehen, dass mich totschlägt, wer mich findet.

15 Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, der ihn fände.

16 So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.

So weit der Predigttext.

 Die Geschichte von Kain und Abel lässt sich wie ein Mosaik menschlicher Befindlichkeiten lesen. In ihr weben sich Erfolg und Misserfolg, Freiheit und Frechheit, Schuld und Scham, Selbstmitleid und Angst, Gnade und Aufbruch ineinander.

Und all das wird vor dem Angesicht Gottes verhandelt, der frei und souverän in Erscheinung tritt. Er entzieht sich dabei allen Maßstäben menschlichen Handels und menschlicher Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit.

Am Ende steht die Begnadigung des Brudermörders.

Das Zeichen, das Kain von Gott erhält, stellt den Mörder unter Schutz und markiert zugleich seine Schuld.

Das Kainszeichen ermöglicht einen Neuanfang trotz Schuld und Scham.

 

MUSIK: Querflöte von Bevani

https://www.youtube.com/watch?v=nioSbpxlDzY

 

Wir sind Abel. Und wir sind Kain. Manchmal sind wir beide. Kain und Abel sind keine fernen, fremden Menschen, sondern unsere nahen Brüder.

Wir sind die Demut – manchmal.

Und wir sind der Hochmut – womöglich etwas öfter.

Wir sind die, die andere aus dem Weg räumen

oder auch die, die anderen den Weg frei machen

oder einfach still aus dem Weg gehen.

Wir sind manchmal Opfer;

und manchmal Täter.

Und manchmal auch beides zugleich.

Wir sind Menschen.

Und Menschen haben die Anlage zu allem.

Der Satz: „Das könnte mir nicht passieren“, sollte vorsichtshalber aus unseren Gedanken verschwinden.

Wir wissen nicht, wie wir auch sein können, bis wir in eine Lage kommen, wo wir es bemerken. Gelegenheiten macht Helden oder Feiglinge; mutig oder müde.

Wir sind Menschen; und Menschen können einander Wunder sein oder Verderber.

Das ist wertvoll zu wissen – wie auch wertvoll ist zu hören, wie Gott sich uns denkt: Unseres Bruders, unserer Schwester Hüter sollen wir sein. Das erbittet Gott. Das schaffen wir – mit Gottes Hilfe.

Michael Becker

„Na, wir leben doch von Neuanfängen.“ Wie erleichtert war der Schüler, als die Lehrerin diesen Satz sagte. Denn er wusste ja: War wirklich Mist, was er da getan hatte. Aber es war so über ihn gekommen. Er musste dem kleinen Olaf einfach eine überziehen. Der hatte nur genervt. Dass der hinfallen würde und eine Platzwunde davontrug, das konnte er doch nicht ahnen.

Und dann die Klassenkonferenz und die öffentliche Entschuldigung.

Es tat ihm leid.

Mann, war das peinlich.

Als alles überstanden war, sagte die Lehrerin diesen Satz:

„Na, wir leben doch von Neuanfängen.“

Und sie klopfte ihm dabei sanft auf die Schulter.

Er nickte nur und fühlte: Es wird in Zukunft gut weitergehen.

Oliver Friedrich

 

MUSIK: Querflöte von Bevani

https://www.youtube.com/watch?v=JER2ut7laY4

 

„Ich komme gern“, sagte ein aus Armenien stammender Christ, als ich ihn zum „Erzählcafé der Religionen“ eingeladen hatte, ein zum Teil gedolmetschtes Gespräch von Muslimen, Juden und Christen und Andersgläubigen und Interessierten. Diesmal war es das Thema „Familie“. Er saß dann ausgerechnet neben einem türkischen Mitbürger. Sie kamen schnell ins persönliche Gespräch. Sprachen über die türkische Politik wie über den Völkermord an den Armeniern. Potenzial zum Streit lag auf dem Tisch. Schlagabtausch.

„Ich weiß nicht, ob wir denselben Gott haben“, sagte der türkische Mitbürger, „aber ich weiß, dass unsere ‚Götter‘ ein und dasselbe wollen: Nämlich Frieden, schalom, salam.“

Nach dem Erzählcafé sagte mir der aus Armenien stammende Christ: „Ich dachte, ich hätte keine Vorurteile mehr, aber heute habe ich gemerkt, dass ich noch ganz viele Vorurteile hatte, die mir jetzt genommen wurden.“

„Ich weiß nicht, ob wir denselben Gott haben, aber ich weiß, dass unsere ‚Götter‘ ein- und dasselbe wollen: Nämlich Frieden, schalom, salam“, das nehme ich mit. Keinem von uns ist Gott fern.

Otto Weymann

 

Gott gab Kain zum Schutz ein Zeichen für seinen Lebensweg. Das Kainsmal – was es genau ist, wissen wir nicht.

Genau wissen wir Menschen von heute aber, was Markenzeichen sind. Firmen haben Markenzeichen, die sie auszeichnen, sofort erkennbar machen und hinter denen ihre Besonderheit steht.

Ich denke z.B. an die Firma Nike. Ihr Logo, der „Nike-Haken“, gehört zu den bekanntesten Markenzeichen der Welt. Oder die Firma Apple, die wie keine andere für das Smartphone und für luxuriöse Computertechnik steht. Der Apfel ist deshalb zum Logo der Firma geworden, weil der Physiker Isaac Newton unter Zuhilfenahme eines Apfels die Schwerkraft entdeckt und erklärt haben soll.

Markenzeichen – sie wollen darauf hinweisen, dass ihre Firma, ihr Produkt etwas ganz Besonderes und Unverwechselbares ist.

 

Jede und jeder von uns Menschen ist aber auch etwas Besonderes. Jede und jeder von uns steht für ein ganz besonderes Leben. Wir haben alle Fähigkeiten und Begabungen.

Manche haben da schon eine Menge bei sich entdeckt, andere sind noch etwas zurückhaltender und vielleicht noch auf der Suche.

Für euch alle gilt, für uns alle gilt: Gott hat jedem von uns etwas von sich gegeben. Etwas von seiner Schönheit, von seiner Schöpferkraft, von seinem Bild und von seinem Geist.

Der Apostel Paulus beschreibt das sinngemäß so (1. Kor. 12,4-5): Es gibt zwar verschiedene Gaben, aber es ist immer derselbe Geist. Es gibt verschiedene Aufgaben, aber es ist immer derselbe Herr.

Auf diese Weise sind wir alle auch ein Markenzeichen Gottes.

 

Musik: Querflöte von Bevani

https://www.youtube.com/watch?v=QHMxNyMI1ms

 

 

GEBET und VATERUNSER

 

Gott,
Du Schöpfer und Gärtner,
Du liebst und teilst.
Wir bitten Dich für die Opfer von Flucht und Fluten,
für Chaos an Grenzen und auf dem Flugplatz von Kabul.
Schenk Mitleid, Mitdenken, Mithelfen,
wo Politik und Planungen und Hoffnungen versagen.
Erbarm dich Herr!

 

Gott,
Du Richter und Retter,
Du unterscheidest und hilfst.
Wir bitten Dich für Menschen in Verantwortung.
Für alle an den Schulen, Kindergärten und Ausbildungsstätten,
für alle, die Regeln aufstellen und durchsetzen.
Schenk Augenmaß und Unterstützung,
wo Regeln und Rechnungen und Anstand versagen.

Erbarm dich Herr!

 

Gott,
Mutter und Vater,
Du tröstest und trägst.
Wir bitten Dich für Menschen, die krank sind.
Für die Pflegenden und Heilenden.
Für alle in den Krankenhäusern und Pflegestationen.
Schenk Geduld und Phantasie,
wo Rezepte und Maßnahmen und Erfahrung versagen.

Erbarm dich Herr!

Gott, Du Lebendiger,
Wort, Gebet, Singen und Stille haben wir geteilt.

Hoffnung und Erfahrung,
und in alledem dich
ewiges Zuhause.

 

In der STILLE bringen vor dich was unser Herz bewegt,

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

 

Wir SINGEN: «Mögen sich die Wege vor deinen Füssen ebnen»

https://www.youtube.com/watch?v=g1qveYuOV_s

 

1) Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen,
mögest du den Wind im Rücken haben,
und bis wir uns wieder sehn, und bis wir uns wieder sehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

2) Möge warm die Sonne auch dein Gesicht bescheinen,
Regen sanft auf deine Felder fallen,
und bis wir uns wieder sehn, und bis wir uns wieder sehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten.

 

SEGEN

Der Herr segne und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.

Amen

 

MUSIK – wir schliessen mit Musik und Tanz   

https://www.youtube.com/watch?v=qMG1BXo8Asg

 

 

 

 

 

INFOS:

Am Mittwoch feiern wir 21.00 Uhr unser Luther Gebet zuhause.

 

Am Donnerstag laden wir um 15.00 Uhr zum Gemeindenachmittag in den Saal Unterstrass ein. Malin Leuppi besucht uns mit dem Thema  «Musik: Momente der Freude im Leben von Menschen mit Demenz». Wir bitten um Anmeldung im Büro.

 

Nächsten Sonntag feiern wir am Nachmittag um 15.00 Uhr in die Kirche Unterstrass einen Schöpfungsgottesdienst für Gross und Klein. Begleiten wird uns die Sängerin Soe Blue mit vier Songs. Anschliessend laden wir zu Kaffee und Kuchen in den Saal Unterstrass ein. Wir bitten um Anmeldung im Büro.

 

Eine gute und gesegnete Woche,

Marion Werner mit Thomas Risel