Über uns

Wer wir sind

Wir sind (Stand 08. August 2017) rund 1200 Gemeindemitglieder, die in Zürich und den angrenzenden Kantonen leben und ihre Kirche in der Nähe des Zürcher Stadtzentrums haben. Wir mögen unsere Gemeinde so sehr, dass wir auch einen längeren Anfahrtsweg gerne in Kauf nehmen. Ein Teil von uns wohnt in der Ostschweiz und bildet die St. Galler Teilgemeinde, die zu besonderen Anlässen nach Zürich kommt, sich aber zum Gottesdienst ein Mal im Monat in St. Gallen trifft. Ein weiterer Teil der Gemeinde trifft sich jede zwei Monate in Wettingen zum Gottesdienst.

Wir sind Schweizer, Argentinier, Brasilianer, Dänen, Deutsche, Esten, Finnen, Franzosen, Italiener, Niederländer, Norweger, Österreicher, Schweden, Slowaken, Ungarn, US-Amerikaner.

Wir sind in Evangelisch-Lutherischen Kirchen unserer Heimatländer aufgewachsen und haben in unserer Zürcher Gemeinde ein Zuhause gefunden. Wenn wir alle zusammen sind, sprechen wir Deutsch, weil es die Sprache ist, die alle von uns verstehen. Aber auch die andern Sprachen kann man bei uns hören.

Wir verstehen uns als Christenmenschen, die miteinander glaubwürdig Gemeinde Jesu Christi sein wollen. Seit über 120 Jahren ist die “Evangelisch-Lutherische Kirche Zürich” (ELKZ) die Kirche der Christen evangelisch-lutherischen Bekenntnisses in der Nordost- und Zentralschweiz. Sie bietet Menschen verschiedenster nationaler Herkunft ein Zuhause und strebt danach, allen Sprachen und Nationen ihren Freiraum zu geben, gleichzeitig aber Schranken und Grenzen zu überwinden.

Die ELKZ gehört zur weltweiten Gemeinschaft lutherischer Kirchen, die sich im “Lutherischen Weltbund “(LWB) verbunden haben (60,4 Millionen Mitglieder). Zusammen mit den anderen Gemeinden bildet sie den “Bund Evangelisch-Lutherischer Kirchen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein” (BELK).

Die Evangelisch-Lutherischen Kirchen gehen zurück auf die theologischen Erkenntnisse und Einsichten des Reformators Martin Luther (1483 -1546). Zentral ist dabei die Wiederentdeckung des Evangeliums als frohmachende Botschaft, in der Gottes unverdienbares Gutsein (=Gnade) mit uns zum Ausdruck kommt. Mit der ebenfalls aus der Reformation hervorgegangenen reformierten Kirchen steht die ELKZ durch die Leuenberger Konkordie in Kirchengemeinschaft, mit der römisch-katholischen und der christkatholischen Kirche verbindet sie das altkirchliche Erbe, wie es sich z. B. in den alten Glaubensbekenntnissen niederschlägt.

Die ELKZ nimmt Teil am ökumenischen Dialog in der Stadt und im Kanton Zürich und pflegt die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. Über den Martin-Luther-Bund engagiert sich unsere Gemeinde für andere Minderheitskirchen.

Was wir glauben

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Zürich, Nordost – und Zentralschweiz ist von ihrem Selbstverständnis her eine eigenständige Evangelisch-Lutherische Kirche deutscher Sprache in der Schweiz. Zugleich fühlt sie sich in besonderer Weise der Vereinigten Evangelisch- Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) verbunden.

Bischof Dr. Johannes Friedrich sagt, dass das lutherische Selbstverständnis vor allem in drei theologischen Kernaussagen zum Ausdruck kommt:

Im Verständnis der Heiligen Schrift
Im Verständnis von Kirche
In der Zwei-Reiche-Lehre

 

Lutherisches Verständnis der Heiligen Schrift

Bischof Johannes Friedrich sagt weiter: „Ich nenne als Erstes das lutherische Verständnis der Heiligen Schrift. Natürlich bezieht sich jede christliche Glaubensrichtung auf Aussagen der Schrift. Weil für jede Konfession in ihrer Situation eine bestimmte Sichtweise besonders wichtig wurde, prägen unterschiedliche Schwerpunkte und Auslegungskriterien das jeweilige Bibelverständnis. Den lutherischen Reformatoren als ausgewiesenen Bibelwissenschaftlern war diese Pluralität der biblischen Zeugnisse durchaus bewusst. Sie wollten sich deshalb auf das zentrale hermeneutische Grundanliegen beschränken: Die Mitte der Schrift ist nach christlichem Verständnis das Evangelium von Jesus Christus.

Das heißt, alle Zeugnisse des Alten und des Neuen Testaments werden auf das Heil schaffende Kommen Gottes zu den Menschen in Christus bezogen. Sie haben kein eigenständiges Gewicht gegenüber dem, was „Christum treibet“. Keiner anderen biblischen Aussage kommt ein ebensolches Gewicht zu. Das war auch die Sichtweise der altkirchlichen Bekenntnisse und hat sich in ihnen niedergeschlagen. Dieses Schriftverständnis lässt zwar viele Aspekte des Glaubens erkennen, es besagt indessen, dass das Evangelium nicht aus einer Reihe von Aussagen und Wahrheiten besteht, sondern in Christus seine Mitte hat. In ihm erschließt sich die Schrift. Dieses Schriftverständnis hat ein hohes ökumenisches Potenzial, das die Kirchen gerade heutzutage zur Wahrnehmung ihrer Einheit in Christus brauchen.

Quelle: www.velkd.de

Unser Selbstverständnis

Lutherische Kirche – wer sind wir?

Lutherische Kirchen sind solche evangelischen Kirchen, die in der Tradition der Wittenberger Reformation Martin Luthers im Jahr 1517 stehen. Sie verstehen sich als Teil der einen Kirche Jesu Christi, die aus dem Glauben an seine und aus der Verkündigung von seiner Auferstehung entstanden ist. Sie teilt mit fast allen anderen Christen den Glauben der frühen Christenheit, der im Apostolischen und Nicänischen Glaubensbekenntnis festgehalten ist.

Die wichtigste der Schriften, auf die sich lutherische Kirchen beziehen, ist die Bibel als die Heilige Schrift. Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche, die im „Konkordienbuch“ von 1580 enthalten sind, legen die Bibel massgeblich aus. Viele Kirchenordnungen lutherischer Kirchen heben aus diesen Bekenntnisschriften besonders das Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana, CA) von 1530 sowie den Kleinen Katechismus Martin Luthers von 1529 hervor. In den lutherischen Kirchen werden sowohl die Heilige Schrift als auch die Bekenntnisschriften von ihrer Mitte, Jesus Christus, her verstanden und ausgelegt.

Das Selbstverständnis lutherischer Kirchen ist in Artikel 7 des Augsburger Bekenntnisses festgehalten. Kirche ist danach „die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente gemäß dem Evangelium gereicht werden“. Kirche ist also dort, wo der Heilige Geist durch das Evangelium und die Sakramente (Taufe und Abendmahl) Glaube geweckt hat und weiterhin erweckt. Darum ist die Kernaufgabe der Kirche die Verkündigung des Evangeliums in der Feier des Gottesdienstes.

Inhalt des Evangeliums ist insbesondere die Rechtfertigung des Sünders allein aus Glauben um Christi willen, wie sie sich Martin Luther im Studium der Heiligen Schrift, besonders des Römerbriefes, als Herzstück der Schrift erschlossen hat. 

Die besondere Bedeutung von Wortverkündigung und Sakramentsfeier verlangt es, dass der Umgang mit diesen Heilsmitteln geordnet werden muss. Die lutherische Kirche kennt hierfür die Unterscheidung zwischen dem Allgemeinen Priestertum, das durch die Taufe verliehen wird, und dem besonderen kirchlichen Amt, das durch Ordination verliehen wird. Als Inhaber/-in des allgemeinen Priestertums ist jeder und jede Getaufte berufen und beauftragt, das Evangelium weiterzusagen. Die öffentliche Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung ist aber den Inhaberinnen und Inhabern des besonderen kirchlichen Amtes vorbehalten.

Das dynamische Kirchenverständnis der lutherischen Kirche bringt es mit sich, dass es innerhalb der lutherischen Kirchen keine allgemein verbindliche Organisationsstruktur gibt. Vielmehr hat sich die Organisation am Auftrag der öffentlichen Verkündigung auszurichten. In der Regel sind lutherische Kirchen heute bischöflich und synodal verfasst. Leitende Geistliche sind zumeist Bischöfinnen oder Bischöfe. Gesetzgebende Organe sind Synoden (“Kirchenparlamente”). Daneben kann es weitere kirchenleitende Gremien geben. Wichtige Beschlüsse, vor allem, wenn sie die Lehre betreffen, sind in lutherischen Kirchen in „großer Übereinstimmung“ (latein: magnus consensus) der kirchenleitenden Gremien zu fassen.

Als Geburtsstunde der lutherischen Kirchen wird in der Regel der Reformationstag (31. Oktober 1517: Anschlag der 95 Thesen) angesehen. An diesem Tag sind Grundsätze lutherischer Lehre öffentlich gemacht und zur Diskussion gestellt worden. Die Ausbildung eines institutionell verfassten lutherischen Kirchenwesens ist jedoch ein längerer Prozess gewesen. Wichtige Daten auf dem Weg zu einem lutherischen Kirchenwesen sind die Vorlage des Augsburger Bekenntnisses auf dem Reichstag zu Augsburg (1530), weil sich hier sowohl Theologen als auch Landesfürsten auf eine gemeinsame Formulierung lutherischer Lehre verständigen konnten, und der Augsburger Religionsfriede von 1555, der den lutherischen Kirchen die Anerkennung als legitime Formen der Religionsausübung gebracht hat. 

Doch sind die lutherischen Kirchen fast von Anfang an kein deutsches Phänomen geblieben: Schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bildeten sich lutherische Kirchen in anderen Ländern Europas, vor allem Nordeuropas (1527 Schweden; 1536 Dänemark, Norwegen und Island) und Osteuropas (Baltikum Mitte des 16. Jahrhunderts).
Lutherische Kirchen sind inzwischen auf der ganzen Welt verbreitet. Sie sind größtenteils in zwei Gemeinschaften vereinigt: dem Lutherischen Weltbund (LWB, engl.: LWF) mit 141 Mitgliedskirchen und ca. 66 Millionen Gemeindegliedern sowie dem Internationalen Lutherischen Rat (International Lutheran Council, ILC) mit 29 Mitgliedskirchen und ca. 3,5 Millionen Gemeindegliedern. Daneben besteht noch die Evangelisch-Lutherische Bekenntniskonferenz (CELC) mit 16 Mitgliedskirchen und ca. 1 Million Gemeindegliedern.

Die meisten Lutherischen Kirchen befinden sich in Europa, wo knapp 39 Millionen lutherische Christen leben. Die größte lutherische Kirche der Welt ist die Vereinigte Evangelisch-Lutherisch Kirche Deutschlands (VELKD) mit ca. 10,5 Millionen Gemeindegliedern; weitere sehr große europäische lutherische Kirchen finden sich in Skandinavien: Schweden (7,2 Millionen), Finnland (4,6 Millionen), Dänemark (4,5 Millionen) und Norwegen (3,9 Millionen). In Afrika leben derzeit gut 14 Millionen lutherische Christen. Die größten Kirchen sind die Äthiopische Evangelische Kirche Mekane Yesus (4,1 Millionen) sowie die Madegassische Lutherische Kirche und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania mit je 3 Millionen Gemeindegliedern. Die größte lutherische Kirche Nordamerikas ist die Ev.-Luth. Kirche Amerikas mit knapp 5 Millionen Gliedern; die größte lutherische Kirche Lateinamerikas ist die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (700.000 Kirchenglieder). In Asien leben derzeit 7,4 Millionen lutherische Christen/-innen. Die mitgliederstärkste Kirche ist die Protestantisch-Christliche Batak-Kirche in Indonesien (3 Millionen).

Prof. Dr. Klaus Grünwaldt

Quelle: www.velkd.de