Herzlich willkommen zum 421. Luther Abendgebet am 19. August 2026.
Zeit für Musik, Gebet, Gedanken, Stille und Segen.
So sammeln wir uns heute Abend
im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter liebevoll umfängt,
im Namen Jesu Christi, unseres Herrn und Bruders, der uns im Leiden trägt und beisteht,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns miteinander und mit Himmel und Erde verbindet.
Amen.
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt, gilt: Gott bleibt. Und unser Gebet bleibt.

BILD: Kerze entzünden
Ich zünde eine Kerze an, in Dankbarkeit, in Vertrauen, in Hoffnung.
Ich sehe mir ihr warmes und ruhiges Licht an.
Gott wartet auf mich.
Ich kann zu ihm kommen.
Ich kann ihm alles bringen und sagen, was mich bewegt.
Alle Gefühle, alle Freude, alle Dankbarkeit,
Alle Sorge,
Alle Last,
Alle Verzweiflung manchmal über das Leben und die Welt.
GEBET:
Alle Sterne am Himmel – du hast sie gezählt, Gott.
Alle Menschen auf der ganzen Welt –
du kennst sie beim Namen, Jesus.
Alle unsere Versuche, deine Kirche zu sein –
du weißt es, Heiliger Geist.
So bin ich hier: Mit allem, was in mir glaubt,
mit allem, was sich in mir auflehnt,
mit Freude und Versagen,
mit allem, was deine Nähe braucht.
Gott, sei bei mir in dieser Stunde,
richte mich auf – zu dir.
Amen
LIED zum Mitsingen: Bleib bei mir Herr, der Abend bricht herein
https://www.youtube.com/watch?v=6jifqtP9iik&list=RD6jifqtP9iik&index=1
GEDANKEN
Als ich heute in unsere Bäckerei ging, strömte mir der Duft von gebackenem Brot entgegen – ganz frisch aus dem Backofen. Es ist ein herrlicher Duft.
Wir haben das Privileg, bei uns im Dorf noch eine alte Familienbäckerei zu haben, in der in der Nacht Sauerteig angesetzt und Brot gebacken wird.
Als ich mein Brot in den Händen hielt – noch ganz warm, mit knuspriger Kruste und diesem feinen Duft –, dachte ich: Welch eine Köstlichkeit halte ich da eigentlich in meinen Händen.
Und ich hielt einen Augenblick inne.
Ich überlegte, wie oft ich im schnelllebigen Alltag unserer Zeit vergesse, welche Köstlichkeiten und Kostbarkeiten ich tagtäglich in den Händen halten darf: ein Brot, ein Glas sauberes Wasser, meine liebsten Menschen, die Bibel, den Autoschlüssel, meine Kaffeetasse am Morgen, Medikamente. Und da ist noch so viel mehr – jeden Tag.
Es lohnt sich, gerade inmitten unserer oft so sorgenbeladenen Welt, täglich für einen Augenblick innezuhalten und sich zu fragen: Was halten meine Hände, was halten unsere Hände jeden Tag an Kostbarem und Wertvollem?

BILD: Brot
Im Vaterunser beten wir: «Unser tägliches Brot gib uns heute.»
Und mit diesem täglichen Brot ist nicht nur das Brot gemeint, das wir essen. Martin Luther hat dazu eine sehr schöne Erklärung aufgeschrieben. Einige von uns kennen sie vielleicht noch aus dem Unterricht von früher, als man solche Texte noch auswendig lernen musste.
Ich lese uns die vierte Bitte mit ihrer Erklärung vor:
Die Vierte Bitte
«Unser tägliches Brot gib uns heute.
Was ist das?
Gott gibt das tägliche Brot auch ohne unsere Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er’s uns erkennen lasse und wir mit Danksagung empfangen unser tägliches Brot.
Was heißt denn tägliches Brot?
Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.»
So möchte ich uns alle einladen, jeden Tag – wenn möglich – für einen Augenblick innezuhalten und uns bewusst zu machen, was unsere Hände an Kostbarem und Wertvollem halten dürfen.
Und vielleicht sagen wir Gott in diesem Augenblick einfach: Danke.
Amen.
MUSIK zum Mitsingen: Nun danket alle Gott
https://www.youtube.com/watch?v=nDVyysCj2eE&list=RDnDVyysCj2eE&start_radio=1
FÜRBITTE
Gott, wir richten uns nach dir aus. Wir atmen deine Freundlichkeit. Zu dir wenden wir uns, der du den Himmel über uns ausbreitest und die Erde unter unseren Füßen. Gott, der du uns aufrichtest:
Richte die auf, die ausgestoßen sind; die beschämt sind; die gefesselt sind.
Richte die auf, die verkrümmt sind; die sich zerbrochen fühlen; die Verwundeten.
Richte die auf, die nach dir Ausschau halten; auch die nicht nach dir Ausschau halten.
Richte die auf, die Verantwortung haben; die ihre Last nicht mehr tragen können.
Richte die auf, die noch Gemeinsinn haben; die für ein gutes Leben für alle kämpfen.
Richte die auf, die sich für deine Kirche einsetzen; die Veränderung nicht fürchten.
Dir legen wir ’s ans Herz.
STILLE
Du hörst, was wir sagen,
und du kennst auch das,
wofür uns die Worte fehlen.
BILD: Abendgebet 2
Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name;
dein Reich komme;
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern;
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen.
MITTEILUNGEN
Herzliche Einladung:
Am Sonntag um 10.30 Uhr in die Antonius-Kapelle zum ökumenischen Abendmahls-Gottesdienst mit der christkatholischen Gemeinde in Wettingen. Den Gottesdienst gestalten Pfrin. Marion Werner und Pfr. Theo Pindel.
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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wünschen noch eine friedliche und erholsame Sommerwoche.
Bleiben wir verbunden. Gott ist da.
Herzliche Grüsse nach nah und fern!
Marion Werner mit Thomas Risel

BILD Segen Frieden
SEGEN
Möge der Ewige Dich segnen und behüten.
Möge der Ewige das Licht Seines Antlitzes über Dich scheinen lassen
und Dich begnaden.
Möge der Ewige Sein Angesicht Dir zuwenden und Dir Frieden geben.
(4. Buch Mose 6,24-26)
MUSIK zum Ausklang: R. Schubert „Abendlied“
https://www.youtube.com/watch?v=LpC7wZsYPOA&list=RDLpC7wZsYPOA&start_radio=1