Luther Gebet Mittwoch 21. Oktober 2020

Luther Gebet Mittwoch 21. Oktober 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Wir wollen uns zum Gebet sammeln.    

UNS BEREIT MACHEN

Wir wollen zur Ruhe kommen, ein Licht anzünden, das uns hilft,

uns für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                      

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen.

Tageslosung 21. Oktober 2020 aus dem Alten Testament:

Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes.

  1. Könige 19,5.8

 

Tageslesung aus dem Neuen Testament:

Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.

2. Korinther 4,7

 

Musik: „Terzett «Hebe deine Augen auf zu den Bergen», aus dem Oratorium «Elias» von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847). Text aus Psalm 121,1–4.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt in diesen Tagen davor, dass viele Menschen die Corona-Einschränkungen leid sind. „Pandemiemüdigkeit“ nennt sie dieses Phänomen. Und wir verstehen sofort was gemeint ist.

Gerade als man den Eindruck gewann, dass die Monate der Einschränkungen sich auszahlen würden und sich die Lage nachhaltig entspanne, meldete sich die Pandemie zurück. Quer durch Europa steigen derzeit die Fallzahlen rasant. 

Die WHO weiss, dass die Leute jetzt neu motiviert werden müssen. Sie hat Ratschläge für Regierungen veröffentlicht, wie man die Corona-Müdigkeit bekämpfen kann: Entscheidend sei, so die WHO, beim Volk „den Puls“ zu fühlen. Die Regierungen sollen die Bevölkerung konsultieren, ehe sie Neues beschliessen. Dänemark tat genau das, als Studierende dort mithalfen, Massnahmen zu erarbeiten, unter denen die Universitäten wieder geöffnet werden konnten.

Auch Innovation ist wichtig. Festtage stehen vor der Tür, und die Menschen wollen etwas, worauf sie sich freuen können. Man sollte gemeinsam Lösungen finden, damit ein Fest stattfinden könne, ohne dass sich das Virus verbreite.

Wir müssen noch Monate, vielleicht sogar ein oder zwei Jahre mit dieser Situation werden leben. Sagt die Professorin der Universität Genf, Samia Hurst-Majno:

„Die Situation wird verwirrend bleiben, weil wir über das Virus vieles vorzu lernen.“ Die Massnahmen würden laufend an das neue Wissen angepasst.

Sie schlägt vor, die Situation im Sinne eines Risikobudgets zu erklären: Je stärker sich das Virus ausbreitet, desto weniger Risiken können wir eingehen und desto stärker müssen wir uns einschränken. Wenn das Virus dagegen zurückgeht, können wir wieder mehr Risiken eingehen.

Hurst-Majno vergleicht die Lage mit einem Langstreckenflug: Der Pilot informiert die Passagiere vor dem Start, dass der Flug acht Stunden dauern und es Turbulenzen geben wird. Damit legt er die Erwartungen fest, und es verärgert niemand, wenn es das Flugzeug zwischendurch schüttelt. Niemand wird nach vier Stunden nervös, weil kein Ende des Fluges in Sicht ist. Zwar wisse niemand genau, wie lange die Pandemie noch dauere, räumt sie ein. „Klar ist aber: Es ist nicht nur eine Sache von ein paar Monaten – aber auch nicht von zehn Jahren.“

Viele Menschen spüren eine körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung. Viele sind nur noch stark vermindert belastbar. Man resigniert, wie der Prophet Elija, der sagte: „Nun ist genug!“

Auf dem Höhepunkt seines Erfolges kommt Elijas persönlicher Tiefpunkt.

Elija flüchtet in die Abgeschiedenheit. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich gar den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben. (1 Könige 19,4)

Elija ist erschöpft und ausgebrannt, und schlief ein.

Kurz danach wird er aus seiner Ruhe aufgeweckt. Es erfolgt aber keine Massregelung, sondern ein positiver und fürsorgender Befehl:

„Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!“ 1 Könige 19,5b

Die göttliche Therapie für Elija beginnt.

Unbekannter Maler, Der Engel weckt Elias in der Wüste (Haarlem, Anfang des 17. Jh.)

Der Engel stärkt Elija mit Brot und Wasser. Zweimal erscheint er und fordert Elija auf sich zu stärken. Der zweiten Aufforderung folgt eine Begründung:

„Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.“ 1 Kön 19,7b. Oder auch: „der Weg ist noch weit.“

Später zeigt sich Gott ihm noch einmal: in einem Akt der Ruhe, im Säuseln des Windes.

Das Schwache wird zum Bild Gottes.

Die Elija-Geschichte entwickelt in dieser erzählten Situation nahezu therapeutische Konzepte:

Elija darf von der Arbeit ausruhen.

Er erfährt Fürsorge durch Andere.

Er wird in die notwendige Distanz zu seiner Arbeit geführt.

Die Gotteserfahrung bietet ihm eine neue Weltsicht.

Die neuen Aufgaben, die sich ihm stellen, sind schaffbar.

Elija wird nicht alleingelassen, an seiner Seite steht fortan ein Helfer.

Der Engel begegnet Elija ganz entsprechend seiner körperlichen und psychischen Verfassung. „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.“

 

FÜRBITTE:

Treuer Gott,

wir danken Dir dass wir immer wieder zu Dir kommen können mit all unseren Sorgen, Gedanken, Ängsten, Hoffnungen.

Du hast den Propheten Elia versorgt und Kraft gegeben, als es fast schon nicht mehr ging. Du hast Dich zu Deinem Sohn Jesus Christus bekannt, nach seinem Kreuz und hast durch die Auferstehung ins Leben auch uns Hoffnung geschenkt:

Hoffnung, dass wir immer wieder neu ins Leben auferweckt werden können,

Hoffnung, dass Du und nicht der Tod und das Leid und die Ohnmacht das letzte Wort haben.

Du gehst allem Verlorenen nach.

Wir bringen Dir unser Leben, unsere Sorgen, unsere Müdigkeit, wir bringen vor Dich alle Lebensmüden und Angefochtenen.

Begegne uns, all denen, die in Furcht und Angst stehen,

lass die Kraft Deiner Auferstehung immer wieder neu in uns mächtig werden.

Stärke die, die Verantwortung tragen und mit gutem Vorbild vorangehen -müssen oder wollen-, in Familien, in Kitas und Schulen, in Betrieben und Geschäften, in Spitälern und Heimen und Heimen und Gesundheitsdiensten.

Gib uns jeden Tag neu das Brot und den Krug mit Wasser, den wir brauchen auf dem langen Weg.

Sende Deine Engel und lass uns selbst welche sein, wo es Not tut.

Alles was wir noch persönlich auf dem Herzen tragen, nennen wir Dir in eine Moment der Stille…:

Amen.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 *SEGEN* (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr hat seinen Engeln befohlen über Dir, dass sie Dich behüten auf allen Deinen Wegen.“

So sei behütet und bewahrt und gesegnet –

im Namen des Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

 

Musik „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“:

Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte 1844 die achtstimmige a cappella Motette. Später bearbeitete er das Werk, fügte eine Orchesterbegleitung hinzu und es wurde veröffentlicht als der siebte Satz in seinem Oratorium Elias.

Fünfzig SängerInnen aus fünf verschiedenen Chören in NRW singen die originale Version, in dieser digitalen Form:

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 17. Oktober 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Samstag.

Wir sammeln uns um Namen Gottes,

Gott ist die Quelle unseres Lebens

und unserer Kraft.

Im Namen Jesu,

Jesus opferte sein Leben für die Menschen

damals und heute;

er wurde verraten, nicht nur von dem einen,

sondern von vielen, damals und heute,

aber er hat die Liebe Gottes niemals verraten,

weil ihm das Leben aller Menschen wertvoll und heilig war.

Im Namen des Heiligen Geistes,

unsichtbare, aber spürbare Kraft aus Gott,

die uns mit Gott und den Menschen verbindet,

uns am Leben hält, wenn es schwer wird,

und wir keinen Sinn mehr sehen.

Amen

 

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

 

SICH BEREIT MACHEN

 

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

 

Barmherziger Gott,

eine sehr bewegte Woche geht zu Ende.

Um mich herum Zahlen und nochmals Zahlen.

Neu Infizierte, Hospitalisierte, Wirtschaftsquoten…

Menschen sind in Sorge über das was noch kommen wird,

darüber, dass Freiheiten eingeschränkt werden.

Menschen sind frustriert und müde,

weil scheinbar kein Ende in Sicht.  

Damit umzugehen ist nicht leicht.

Es bewegt mich und treibt mich um.

 

Daher bitte ich dich:

«Gott, gib mir die Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Einen Tag nach dem anderen zu leben,

einen Moment nach dem anderen zu genießen.

Entbehrung als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren.

Diese sündige Welt anzunehmen, wie Jesus es tat,

und nicht so, wie ich sie gerne hätte.

Zu vertrauen, dass du alles richtig machen wirst,

wenn ich mich deinem Willen hingebe,

sodass ich in diesem Leben ziemlich glücklich sein möge

und im nächsten für immer überglücklich».

Amen.

(Reinhold Niebuhr)

 

Wir LAUSCHEN «Amazin Grace» – Hayley Westenra

https://www.youtube.com/watch?v=R6ksjR_MR5Q

Amazing Grace
Erstaunliche Gnade, wie süss ist der Klang
der ein Verlorener wie mich gerettet hat
Früher war ich verloren, jetzt weiss ich, wo ich bin,
ich war blind, aber jetzt kann ich sehen.

Durch Deine Gnade hat mein Herz Dich ehren gelernt
und durch Deine Gnade ist meine Angst weg
Wie wertvoll war Deine Gnade, in der ersten Stunde,
in der ich zu glauben begann.

Viele Gefahren habe ich bis jetzt überstanden
Nur durch Deine Gnade sind wir so weit gekommen
und Deine Gnade wird uns auch nach Hause führen.

Wenn wir dann dort sind für 10 tausend Jahre
und scheinen werden wie die Sonne,
werden wir genügend Zeit haben,
Gottes Gnade zu preisen
wie wir es ganz am Anfang getan haben

 

MEDITATION: Sein-Tun-Haben

Liebe Gemeinde,

letzte Woche sah ich einen Videoausschnitt in dem Samuel Koch sein neues Buch «Steh auf Mensch» vorstellte und einige Seiten daraus las.

Samuel Koch ist vielleicht einigen von uns bekannt, weil er im Jahr 2010 in der Sendung «Wetten, dass…?» einen furchtbaren Unfall hatte, infolgedessen er Querschnittsgelähmt bliebt. Dass er inzwischen Bücher schreibt und vor allem, dass er ein gläubiger Mensch ist, wusste ich gar nicht. Er erzählt in seinen Büchern darüber, wie der Glaube ihm geholfen hat. Eine Stelle hat mich besonders beeindruckt.

«So stelle ich mir Gott vor. Er liebt mich, weil ich bin. Mehr muss ich dafür nicht leisten oder tun. Die meisten Leute scheinen nach dem Prinzip zu leben: tun -haben -sein. Das heisst sie tun irgendetwas, wie: arbeiten, studieren, errichten, erschaffen, erreichen, verdienen usw. Daraufhin haben sie irgendetwas: Geld, Einfluss, einen Abschluss, einen Doktortitel, wohlgeratene Kinder, ein Haus uw. Dann erst sind sie etwas. Sie sind wer, weil sie etwas getan und erreicht haben. An ihren Errungenschaften messen sie ihren Wert. Ein Prinzip, mit dem man gut und gerne 102 Jahre leben und vielleicht auch glücklich werden kann. Was aber, wenn das Haus abbrennt. Eine Pandemie kommt. Ein anderer den Job bekommt oder der Zahn der Zeit an der schönen Optik nagt? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich glücklicher bin, wenn ich das umdrehe: sein-haben-tun. Wir sind schon wertvoll, weil wir sind. Dadurch haben wir etwas, einen Wert. Und aus dem heraus, können wir etwas tun. Und wenn dann das Tun, aus welchen Gründen auch immer wegfällt, sind wir immer noch wer. Vielleicht heisst es deswegen im Englischen auch «human being» und nicht «human doing».»  

Liebe Gemeinde, wie ein roter Faden zieht sich durch die Bibel das Wort Gottes an uns, an dich und mich ganz persönlich: Du bist mein geliebtes Kind. Du bist in meinen Augen wertvoll. Und die Rechtfertigungslehre Luthers, seine zentrale reformatorische Lehre, bringt es auf den Punkt: Gott nimmt mich an, selbst dann noch, wenn ich mich selbst nicht annehmen kann. Sein-haben-tun – ist zutiefst christlich. Wir sind bereits jemand, auch ohne etwas zu tun. Wir haben Würde und dürfen selbstbewusst sein, einfach weil wir da sind. Weil wir Gottes Söhne und Töchter sind.

Amen

 

FÜRBITTE

Die Welt, in der wir leben, Gott,
so oft verstehen wir sie nicht. Wir leiden
unter ihren Widersprüchen, ihrer Zerrissenheit,
ihren Abgründen.

 

Etwas stimmt nicht mit uns und unserer Wirklichkeit.
Aber wir hoffen auf dich und bitten:
Heile du uns, HERR, so werden wir heil.
Hilf du uns, so ist uns geholfen.

 

Heile, HERR, die Wunden der Ungerechtigkeit,
die Ohnmacht der Armen und den Übermut der Reichen.

Heile, HERR, das Fieber der Welt,
das Sterben der Tiere und Pflanzen neben uns,
die entfesselte Ausbeutung der Natur.

 

Heile, HERR, die Ursachen und Folgen von Gewalt
in Worten und Taten, das Leid der Opfer.

Schenke uns und dieser Welt den Frieden.

Heile, HERR, die Menschen, die in sich selbst verschlossen sind,
taub für deine Stimme, blind für deine Winke.

Heile alle, die an keine Heilung glauben,
die aufgeben,
die verzweifelt oder zynisch oder verstummt sind.

 

Heile unsere Kranken und Sterbenden
in ihrer Angst und in ihren Schmerzen.

Heile alle, die Abschied nehmen müssen,
die an Brüchen, Abbrüchen und vor einer Leere stehen,
wo kein Fortgang für sie denkbar ist, nur ein Fallen.

 

Heile du uns, HERR, so werden wir heil.
Hilf du uns, so ist uns geholfen.
Heile unsere versehrte Welt und uns. ,

Was unserem Herzen wichtig ist, das bringen wir in der Stille vor dich.

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

Gott gebe dir

für jeden Sturm einen Regenbogen,

für jede Träne ein Lachen,

für jede Sorge eine Aussicht

und eine Hilfe in jeder Schwierigkeit.

Für jedes Problem, das das Leben schickt,

einen Freund, es zu teilen,

für jeden Seufzer ein schönes Lied

und eine Antwort auf jedes Gebet.

 

Altirischer Segenswunsch.

 

Geht gesegnet in die Nacht. Gott ist da.

Amen

 

Wir LAUSCHEN «May It Be» – Hayley Westenra

https://www.youtube.com/watch?v=0y_R7CBmDAE

Luther Gebet Samstag 3. Oktober 2020

Luther Gebet Samstag 3. Oktober 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Wir wollen uns zum Gebet sammeln.    

UNS BEREIT MACHEN

Wir wollen zur Ruhe kommen, ein Licht anzünden, das uns hilft,

uns für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen

 

Evangelium: Markus 8,1–9:

Die Speisung der Viertausend

1 Zu der Zeit, als wieder eine grosse Menge da war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus die Jünger zu sich und sprach zu ihnen: 2 Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen. 3 Und wenn ich sie hungrig heimgehen ließe, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige sind von ferne gekommen. 4 Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen? 5 Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben. 6 Und er gebot dem Volk, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten, und sie teilten sie unter das Volk aus. 7 Sie hatten auch einige Fische; und er sprach den Segen darüber und ließ auch diese austeilen. 8 Und sie aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrigen Brocken auf, sieben Körbe voll. 9 Es waren aber etwa viertausend; und er ließ sie gehen.

Amen.

TEXT: nach Lothar Zenetti:

Die wundersame Zeitvermehrung

Und Jesus sah eine grosse Menge Volkes, die Menschen taten ihm leid, und er redete zu ihnen von der unwiderstehlichen Liebe Gottes. Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger: Herr, schicke diese Leute fort, es ist schon spät, sie haben keine Zeit. Gebt ihnen doch davon, so sagte er, gebt ihnen doch von eurer Zeit! Wir haben selber keine, fanden sie, und was wir haben, dieses wenige, wie soll das reichen für so viele? Doch war da einer unter ihnen, der hatte wohl noch fünf Termine frei, mehr nicht, zur Not, dazu zwei Viertelstunden. Und Jesus nahm, mit einem Lächeln, die fünf Termine, die sie hatten, die beiden Viertelstunden in die Hand. Er blickte auf zum Himmel, sprach das Dankgebet und Lob, dann liess er austeilen die kostbare Zeit durch seine Jünger an die vielen Menschen. Und siehe da: Es reichte nun das wenige für alle. Am Ende füllten sie sogar zwölf Tage voll mit dem, was übrig war an Zeit, das war nicht wenig. Es wird berichtet, dass sie staunten. Denn Unmögliches, das sahen sie, ist möglich bei ihm.“

GEBET:
Gott des Himmels und der Erde,

Deine ganze Schöpfung hast du uns überlassen.

In Freiheit haben wir sie zu bebauen und zu bewahren.

Wir bekennen vor dir:

Viele deiner guten Gaben haben wir verdorben.

Vieles haben wir für uns gebraucht, ohne mit anderen zu teilen.

Vieles haben wir verachtet, statt dankbar zu empfangen.

Wir bitten dich: Vergib uns unsere Schuld.

Gemeinsam rufen wir: Herr, erbarme dich.

Gott des Himmels und der Erde,

Deine ganze Schöpfung hat viel Leid erfahren in den letzten Monaten.

Corona, Kriege, Hunger, Rassismus, Klimawandel, Zukunftsangst.

Auch uns hat das stark getroffen.

An manchen Tagen war die Not und Verzweiflung gross.

Wir haben uns allein und ohnmächtig gefühlt.

Wir bitten dich: Stärke uns an jedem Tag neu.

Wir rufen zu dir:

Herr erbarme Dich.

Schenk uns gute und gesegnete Zeit miteinander. Füreinander. Lass uns teilen, um mehr zu haben.

Mach und satt mit Zeit, Brot, Freude des Lebens.

Wir rufen zu dir: Herr erbarme dich.

Alles was wir auf dem Herzen haben, nennen wir persönlich und still.

Und lassen es einmünden in das Gebet deines Sohnes….

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 *SEGEN* (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Gott schenke Dir Zeit zum Glauben und Vertrauen,

Gott schenke dir seinen Segen,

Er

behüte und bewahre Dich in dieser Zeit

als

Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

Josef Gabriel Rheinbergers Abendlied op.69, Nr. 3 gesungen vom Festivalchor der Internationalen Bachakademie Stuttgart

https://www.youtube.com/watch?v=bM7y3AlEAIQ

Luther Gebet Mittwoch 30. September 2020

Luther Gebet Mittwoch 30. September 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Wir wollen uns zum Gebet sammeln.    

UNS BEREIT MACHEN

Wir wollen zur Ruhe kommen, ein Licht anzünden, das uns hilft,

uns für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

  1. Amen

 

Tageslosung für Mittwoch, den 30. September 2020

Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.

Psalm 116,10

Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.

Jakobus 1,12

Kennen Sie das Semikolon?

Ja, es ist ein Satzzeichen. Bzw. „das Semikolon wird genutzt, wenn ein Autor, eine Autorin seinen / ihren Satz eigentlich hätte beenden können, aber gewählt hat, es nicht zu tun.“

Diese Erklärung stammt nicht aus dem Grammatik-Duden, sondern aus dem „Semicolon Project“. Das Semikolon als Satzzeichen wird vermutlich von wenigen Menschen im Alltag beim Schreiben benutzt. Immer häufiger sieht man aber jetzt Tattoos oder auch Kettenanhänger in dieser Punkt-Strich-Formation. Was bedeutet das? Hinter dem so benutzten Semikolon steckt mehr als ein Satzzeichen. Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine ganz besondere Bedeutung.

 

Es erzählt eine sehr persönliche Geschichte. Es steht für Angst, für verlorene Liebe, Suizid-Gedanken, Depression, Enttäuschung, Traurigkeit: für alles, was Menschen so sehr bewegt und bedrückt und plagt, dass sie mit ihrem Leben hadern. Das Satzzeichen soll symbolisch eine Stütze in dieser schwierigen Situation sein.

„Project Semicolon“ möchte Mut machen: Ihr seid nicht allein. Ihr könnt es durchstehen. Auch das Schwere ist ein Teil von euch und das ist okay. Das ist die Botschaft. Sie haben das Semikolon ausgewählt, um zu zeigen, dass man für sich selbst einsteht. Und sie wollen, dass darüber gesprochen wird, wie schwer es ist, mit negativen und bedrückenden Emotionen und Gedanken zu leben.

Ein Zeichen der Solidarität und der Zuwendung, auch zu sich selbst. „Der Autor bist du und dieser Satz ist dein Leben. Das Semikolon sagt: Deine Geschichte ist nicht vorbei, sie geht weiter“, heisst es bei dem Projekt. Ein Semikolon rettet dabei kein Leben, aber es kann helfen. Mut fassen, zu sich zu stehen, Schweigen zu brechen, Unterstützung zu finden.

Kunstvoll wird das Semikolon in Wörter gepackt wie „L;iebe“, „L;icht“, „ich g;laube/ I b;elieve“. Positive Worte, die auch und gerade in schwierigen Zeiten helfen wollen zu leben.

So heisst es auch in der biblischen Losung für heute aus Psalm 116:

Ich glaube, auch wenn ich sage, ich werde geplagt.

Ja, wir erleben auch vielerlei „geplagt werden“ in diesem Jahr 2020, das heute schon zu 2/3 um ist nach 9 Monaten. Geplagt persönlich, in der Familie, in Pflegeheimen und Spitälern, durch Covid19, durch erschreckend fortgeschrittenen Klimawandel. Vielerlei Anfechtungen, Erlebnisse, Geschehnisse, die uns zweifeln lassen, die uns plagen. Im christlichen Glauben ist immer das „dennoch“ wichtig: „dennoch bleibe ich stets an Dir“, sagt Gott uns Menschen zu. Und dennoch halten wir an unserem Glauben fest, sagen wir Glaubende. „Denn Du bist bei mir.“

Das Semikolon ist also auch ein christliches Zeichen, deine Geschichte, unsere Geschichte ist noch nicht zuende, Deine Geschichte geht weiter, weil Gottes Geschichte mit Dir weitergeht.

(www.projektsemicolon.com)

Gesungenes Gebet:

Da wohnt ein Sehnen tief in uns (There is a longing in our hearts)

https://www.youtube.com/watch?v=SRyud7ePKdM

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

„Gott sei mit dir, wenn es Abend wird,

dass du dankbar zurückschauen kannst

auf die Last und die Lust des vergangenen Tages

und gewiss sein kannst, dass nichts vergeblich war.“

Gott schenke Dir Glauben und Vertrauen,

behüte und bewahre Dich in dieser Zeit

als der Vater mit dem Sohn durch den Heiligen Geist.

Amen.

 

Musik: „Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein“

https://www.youtube.com/watch?v=-k3ahSG8k4g

Luther Gebet Samstag 26. September 2020

Luther Gebet Samstag 26. September 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Wir wollen uns zum Gebet sammeln.    

UNS BEREIT MACHEN

Wir wollen zur Ruhe kommen, ein Licht anzünden, das uns hilft,

uns für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

G. Amen

 

Tageslosung für Samstag, den 26. September 2020

Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dir helfe.

Jeremia 30,11

Paulus schreibt: Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.

2. Timotheus 4,16-17

 

Musik: „Where have all the flowers gone“ (Pete Seeger, hier: Kingston Trio)

https://www.youtube.com/watch?v=bI3QVsW30j0

 

Frauen in weissen Gewändern, junge und alte, Tausende, die mit ernsten Gesichtern wie bei einer Prozession Blumen in die Höhe halten. Das lässt sich seit Wochen in Minsk und anderen Städten beobachten – durch Handykameras und Medien zoomen wir uns in den friedlichen Aufstand eines Volkes, das Diktatur und Willkürherrschaft nicht mehr hinnehmen will. Belarus, das fremde, ferne Land, ist plötzlich nicht mehr weit weg. Hunderttausende gehen seit Wochen auf die Strassen, es gibt Bilder von Sicherheitsbeamten, die die Seiten wechseln, indem sie selbst eine Blume in die Hand nehmen und mit den Demonstrierenden weiterziehen.

Und es gibt Bilder und Berichte von Gefolterten und Getöteten. Die, die in Belarus auf die Strassen gehen, riskieren viel, vielleicht alles. Sie sorgen sich um Freunde und Familie, um Leib und Leben – und bleiben trotzdem nicht zu Hause. Der Machthaber lässt sich derweil mit seinem Sohn in Waffenmontur abbilden.

Blumen in Gewehrläufen, Blumen als Antwort auf Terror. „Sag mir, wo die Blumen sind“, singt Pete Seeger hinter den Bilderfetzen im Kopf.

Die Demonstrationen in Belarus werden von Frauen getragen, die Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja ruft aus dem Exil immer wieder dazu auf, dass der Widerstand friedlich bleibt.

Frauen, Blumen, das passt. Doch gerade weil die Geste so unangebracht zart ist, ist sie eben nicht kitschig oder gar niedlich, sondern besonders widerständig, widerständiger vielleicht als Flaggen und andere politische Zeichen. Und das nicht erst in Belarus.

Man könnte eine Geschichte der politischen Floristik schreiben, so bedeutsam sind Blumen für das Bildgedächtnis und die Widerstandskultur seit vielen Jahren. Rosen, Jasmin, Nelken – Blumen sind die Symbole vieler Revolutionen: 1974 in Portugal, die Bürger Lissabons stecken den Soldaten Nelken ins Knopfloch.

2011 beginnt in Tunesien der arabische Frühling mit Blumen. Im selben Jahr kommt es in China zu Protesten. Die Demonstrierenden tragen demonstrativ Jasminblumen in der Hand. Ein Zeichen, das sofort verboten wird. Die Blume verschwindet sogar für eine Zeit aus Suchmaschinen.

Die Antikriegsbewegungen setzen die Blume als Gegenbild zur Waffe ein, Blumen wurden zu einem Symbol. „Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?“ – dem Antikriegslied liegt ein Gedicht des deutschen Lyrikers Johann Georg Jacobi zugrunde. „Sagt, wo sind die Veilchen hin?“. Anmut, Farbenpracht und Individualität, aber auch Zerfall und Tod sind im Symbol der Blüte nur ein paar Momente voneinander entfernt.

Das ist schon in der Bibel so. Die Blumen, ein Zeichen für absichtslose Schönheit und für Vergänglichkeit, für Nächstenliebe und für Tod. Wer je Blütenblätter zwischen den Händen zerrieben hat oder ein Kind dabei beobachtet, wie es wahlweise auf Blumen herumtrampelt oder einen grossen Bogen um ein Blütenmeer macht, um es vor der Zerstörung zu bewahren: der findet im Umgang mit den verletzlichen Gewächsen alles angelegt, was Menschen ausmacht, seine doppelte Möglichkeit: die Liebe und die Gewalt.

Die politischen Blumenbilder haben immer auch eine religiöse Spur. Wer mit Blumen auf Panzer zielt, wer Blütenstängel in Gewehrläufe schiebt, will ganz im Sinne Jesu eine Gewaltspirale durchbrechen. Die Geste des Widerstands lässt den Atem anhalten: Werden Blütenkörper, werden Menschenkörper zertreten? Die Blume in der Hand der Frauen in Belarus wollen nur das, was ihnen zusteht: Menschenrechte, Versammlungsrechte, Freiheitsrechte, echte Wahlen, eine unabhängige Justiz. In der Geschichte der Revolutionen hatten immer die Umsturzbewegungen, die friedlich geblieben sind, eine Chance, in eine demokratische Bewegung überführt zu werden. Eine Gesellschaft, die sich friedlich erhebt, die streikt und der Angst widersteht. Was in ihnen vorgeht, die heute durch Minsk und andere Städte gehen, die ihre Kinder zum Abschied küssen und dann auf einen der grossen Plätze ziehen – man weiss es nicht. Aber was vor aller Augen geschieht, ist Geschichte als Gegenwart.

Manchmal versuche ich mir eines der Gesichter zu merken, die durch Kameras herangezoomt werden. Stelle mir vor, dass diese Frau, dieser Mann gerne Musik mag, ein Buch liest, mit andern lacht, der alten Mutter über den Kopf streicht. Menschen wie Blumen – das ist biblische Bedeutung. So schön, so leicht zu zerstören, so vergänglich, so einzigartig, mi einem Geist der Hoffnung auf eine Lebensform, die wir hier bei uns selbstverständlich finden und die doch von Vorfahren erstritten wurde, bisweilen bis aufs Blut.

In Deutschland erinnert man sich dankbar an die friedliche Revolution vor 30 Jahren. Auch damals haben sich Kinder, Eltern, Ehepartnerinnen verabschiedet, um an einer Demonstration gegen den Staat teilzunehmen. „Wird heute geschossen? Werden wir uns wiedersehen?“

Revolutionen können auch anders ausgehen. Das Bild eines leeren Platzes, auf dem ein paar verwelkte, zertretene Blumen liegen, gibt es auch. Wenn Menschen für Freiheit und Gerechtigkeit aufstehen, wenn sie einem unberechenbaren Sicherheitsapparat mit Blumen in der Hand begegnen, setzen sie auf ein Versprechen, das im uralten Gleichnis vom Menschen als Blume verborgen ist: auf Anmut und Würde und Dank.

Das ist auch mit gemeint, wenn Konfirmanden morgen bei ihrer Konfirmation Blumen tragen.

Das biblische Bild vom Menschen als Blume bedeutet auch ein Gebet: für einen friedlichen Ausgang und für ein erfüllendes, sinnhaftes Leben.

Mit Gedanken von Petra Bahr, Regionalbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und Mitglied des Deutschen Ethikrats.

 

 

Fürbitten

Unser Gott, so farbenfroh und wunderschön ist Deine Welt, so bedroht und friedlos ist sie auch, darum danken wir und bitten wir:

-Wie das Rot an eine Rose erinnert oder an das Feuer der Liebe so bitten wir,

schenke uns ein liebendes Herz, offen für die Schönheit der Welt und ihrer Menschen.

 

-Mit Dank für das Orange der Aprikosen und für den Sonnenaufgang am Morgen bitten wir, dass wir ein Auge behalten für die vielen Wunder dieser Welt und Ohren für die leisen Stimmen, die unser Gehör suchen.

-Mit Dank für das Gelb deiner Sonne und für reife Kornfelder bitten wir: sende immer wieder deine Sonnenstrahlen uns ins Herz besonders nach dunklen Tagen.

-Mit Dank für das Grün der keimenden Saat, an Wiesen und Bäumen bitten wir, lass in uns die Freude am Leben und an der Arbeit wachsen. Schenke uns eine Prise Humor und eine starke Hoffnung, die nie zu besiegen ist.

-Mit Freude am Blau der Vergissmeinnicht oder an der Farbe des Himmels bitten wir, lass uns deine Güte nie vergessen, halte dich weiterhin unermüdlich in Erinnerung und ermutige uns, davon zu erzählen.

Mit Freude am Blau der kühlen Gewässer, von Kornblumen und Enzian bitten wir darum, lass uns alle Tage deine Treue spüren, dass wir uns in dir geborgen fühlen.

-Mit Dank für das Lila von Veilchen und Flieder bitten wir dich, hilf uns zu glauben, zu vertrauen, zuversichtlich zu bleiben – auch in schweren Zeiten.

So bunt und farbenfroh ist deine Welt. So viel Anlass zum Gebet gibt es derzeit auch:

Für die Menschen auf der Flucht überall auf dieser Erde.

Für die Schülerinnen und Schüler und alle Lehrkräfte in den Schulen und Kindergärten.

Für die Älteren unter uns, dass sie Solidarität und Fürsorge erleben und eine wertvolle Zeit.

Für die mitten in ihren beruflichen und familiären Aufgaben und Herausforderungen, dass sie einen gesunden Wechsel von Arbeit und Ruhe erfahren.

Für die, die Macht ausüben in Politik, Regierungen, Verwaltungen, Wirtschaft, dass sie Gerechtigkeit und Güte mit Augenmass behalten.

Für die Menschen, die sich gegen Gewalt und Diktatur erheben, dass ihr Ziel näher rückt.

Für uns alle, dass wir bewahrt und gesund bleiben.

Und für die, an die wir in einem Moment der Stille denken:

Amen.

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Friedenssegen

Gott,

du Quelle des Lebens,

du Atem unsrer Sehnsucht,

du Urgrund allen Seins.

Segne uns, mit dem Licht deiner Gegenwart,

das unsre Fragen durchglüht

und unsren Ängsten standhält.

Segne uns, damit wir ein Segen sind

und mit zärtlichen Händen

und einem hörenden Herzen,

mit offenen Augen,

mit mutigen Schritten

dem Frieden den Weg bereiten.

Segne uns, dass wir einander segnen

und stärken und hoffen lehren,

weil du unserem Hoffen Flügel schenkst:

Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dir helfe.

Amen, so sei es, so ist es, Amen.

(Katja Süß)

 

„Hausboot“ – Lied vom Frieden

https://www.youtube.com/watch?v=eM8thCzNQSA

LUTHER GEBET am MITTWOCH, den 23. September 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Mittwoch.

Wir sammeln uns um Namen Gottes, des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht preisgibt das Werk seiner Hände.

Amen

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

 

Bleibe bei uns Herr,

denn es will Nacht werden.

Der Tag hat sich geneigt.

Umkleide uns auf unseren Wegen

mit dem Abendmantel deiner Gnade.

Schenke uns goldene Momente

wenn wir auf glattem Kopfsteinpflaster unsere Heimwege antreten.

Öffne uns am neuen Morgen

die Augen für dein Heil.

Und wenn es möglich ist,

vergönne uns

aus der Schatzkammer deiner Güte

einen Funken Augenblicksglück

für unser müdes Herz.

Amen

(aus Siegfried Eck «Gott in den Ohren liegen»)

 

Wir LAUSCHEN «Gott ist gegenwärtig» – Es spielen: Joan Croker & Michael Gundlach

https://www.youtube.com/watch?v=Xws60E-dsqM

 

MEDITATION «RBG – Ein Leben für Gerechtigkeit»

 Liebe Gemeinde,

letzten Freitag verstarb die amerikanische Juristin und Vorkämpferin für Gerechtigkeit Ruth Bader Ginsburg (RBG). Im Jahr 1933 kam sie als Kind jüdischer Einwanderer nach Russland. Ehrgeizig und klug, brachte sie es so weit, dass sie 1956 ihr Jura-Studium in Harvard als eine von nur neun Frauen unter 500 Männern beginnen konnte. Während eines Abendessens, zu dem der Dekan alle Studentinnen ihres Jahrgangs eingeladen hatte, stellte er ihnen die diskriminierende Frage, wie sie es rechtfertigen könnten, den Platz eines Mannes einzunehmen.

Ruth Bader Ginsburg lässt sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil sie wird eine ausserordentlich gute Studentin und setzt sich später als Juristin mit Klugheit, Ausdauer und Hartnäckigkeit für Gerechtigkeit und vor allem Gleichberechtigung ein. Bereits 1971 schrieb sie als Anwältin ihre erste Klageschrift in einem Verfahren vor dem Obersten Gericht, in dem es um die gleiche Fähigkeit von Frauen und Männern zur Verwaltung von Vermögen ging.

Im Juni 1993 wird sie zur Richterin am Supreme Court ernannt. Der Senat bestätigte ihre Nominierung mit 96 zu 3 Stimmen. Damit war sie erst die zweite Frau in diesem Amt.

Ginsburg ist es zu verdanken, dass Frauen in den USA bei einer Schwangerschaft nicht mehr gekündigt werden kann, dass sie Zugang zu den Militärakademien und besseren Schutz vor häuslicher Gewalt haben und Kinder auch als Alleinstehende adoptieren können

Als Richterin am Supreme Court war sie an wichtigen Entscheidungen gegen Diskriminierung beteiligt, wie etwa zum Abtreibungsrecht oder zu Rechten Homosexueller.

Leiten liess sich Ginsburg vom obersten republikanischen Prinzip, und zwar der Gleichheit aller Staatsbürger. Übersetzt man dieses moralische Ideal ins Soziologische, erhält man eine Regel der Arbeitsteilung: die Normalität des Rollentauschs. Jeder Bürger ist grundsätzlich, im Rahmen seiner Fähigkeiten und Anstrengungen, für jedes Amt und jede Stellung geeignet. Es gibt für das Recht keine ererbten oder sonstwie angeborenen Qualitäten von Personen, die eine Vorzugsbehandlung rechtfertigen könnten. Ruth Bader Ginsburg hat dafür gesorgt, dass dieser Grundsatz auch bei der Gleichbehandlung von Männern und Frauen beachtet wird. Dadurch war sie und ist sie auch heute noch weltweit eine Inspiration.

Im Galaterbrief 3,28 schreibt Paulus «Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau. Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.» Paulus zählt hier Unterschiede betreffend Herkunft und Frömmigkeitsstil, im sozialen Status und im Geschlecht auf. Diese Gegensatzpaare haben in den ersten Christengemeinden zu teilweise massiven Spannungen geführt. Wenn Paulus schreibt, diese Gegensatzpaare seien „alle eins in Christus Jesus“, so löscht er damit die Unterschiede nicht aus. Sie bestehen nach wie vor, aber sie verlieren angesichts der Erlösungstat von Jesus ihre dominierende Bedeutung. Zu den Grundaussagen des Neuen Testamentes gehört der Gedanke, dass Menschen vor Gott gleich wert sind und von ihm durch Christus gleich geliebt. Deswegen können Männer und Frauen mit ihren unterschiedlichen Begabungen gleichberechtigt, partnerschaftlich und ergänzend zusammenarbeiten.

Amen

 

FÜRBITTE

Ewiger gütiger Gott,

wir danken dir, dass wir leben, auch in nicht einfachen Zeiten,

und dass wir uns öffnen können zu dir hin,

zum Himmel.

Wir bitten dich:

Gib uns ein hörendes Herz, dass wir verstehen was jetzt gut ist:

für uns selbst und für die die mit uns leben, in der Familie, in unseren Gemeinschaften, in denen wir leben, in unserer Gemeinde, in unserem Land, in unserer Welt.

Lass unsere Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung,

sodass wir prüfen können, was das Beste sei.

Schenke diese Einsicht auch denen, die regieren,

die Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen.

 Stärke alle die, die für uns sorgen: in Medizin und Forschung,

in Wissenschaft und Pflege, in Wirtschaft und Handel.

Segne die, die trauern und traurig sind, die sich einsam fühlen, die nicht weiter wissen,

mit der Kraft Deines Wortes und Deiner Liebe, auch durch uns.

 Schütze und bewahre uns durch diese Zeit,

durch alle Generationen und unser Miteinander hindurch.

 

Was uns noch auf dem Herzen liegt, bringen wir in der Stille vor dich

 

STILLE

 

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Empfangt den Segen Gottes:

Gottes Liebe wärme dich,

Gottes Güte wirke in dir.

Gottes Kraft beschütze dich.

Gottes Friede umgebe dich in dieser Nacht und jeden Morgen neu.

Amen

 

Wir LAUSCHEN «Amazing Grace» Es spielen: Joan Croker & Michael Gundlach

https://www.youtube.com/watch?v=k4tmFMxmxjU

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 19. September

LUTHER GEBET für SAMSTAG, den 19. September 2020

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Amen

 

Wir SINGEN oder LAUSCHEN

 

https://www.youtube.com/watch?v=go1-BoDD7CI

 

Nada te turbe, nada te espante;
Quien a Dios tiene, nada le falta.
Nada te turbe, nada te espante:
Sólo Dios basta.

 

Nichts soll dich beunruhigen, nichts dich schrecken. Alles vergeht, Gott bleibt derselbe. Geduld erreicht alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt.

 

MEDITATION

Es ist Samstagabend Gott.

Die Woche ist zu Ende

und wieder hatte ich das Gefühl, die Tage sind wie im Fluge vergangen.

In deine Hand lege ich diese Woche zurück.

Du hast sie mir gegeben.

Immer freue ich mich über Anfänge.

Aber es ist auch gut, wenn etwas zu Ende geht und man zur Ruhe kommen kann.

Jetzt will ich nichts mehr tun Gott.

Ich will einfach hier sein.

Hier bei mir und hier bei dir.

Ich sehe zurück. Auf diesen Tag. Auf diese Woche.

Ich habe versucht mein Bestes zu geben.

Doch nicht immer hat es gereicht.

Manche Worte hätten nicht gesprochen werden sollen.

Manches Tun blieb einfach liegen.

Zu mancher Aufmerksamkeit konnte ich mich nicht aufraffen.

Vergib mir Gott und vollende du was ich nicht beenden konnte.

Ich danke dir, dass du da warst und da bist.

Nicht immer spüre ich deine Nähe.

Trotzdem weiss ich mich von dir begleitet und getragen.

Du bist da in dem Sonnstrahl, der mein Gesicht streift.

Du erfreust mich mit den feinen Herbstfrüchten, deren Geschmack ich so liebe.

Du bist in jeder Umarmung meiner Liebsten,

in jedem Lächeln das mich anstrahlt,

in jeder helfenden Hand, die mir entgegengestreckt wird,

in jedem wertschätzenden Wort,

in jedem offenen Ohr meiner Freundinnen und Freunde,

in jedem Blick der mich berührt.

Wenn ich tief einatme und die frische Luft in meine Lungen strömt,

fühle ich die Kraft deines Atems.

Von allen Seiten um gibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Amen

 

Wir SINGEN oder LAUSCHEN

https://www.youtube.com/watch?v=5QN9xJEyu7s

«Bleibet hier und wachet mit mir.

Wachet und betet!

Wachet und betet!»

 

RÖMERBRIEF 8

 

15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! 16 Der Heilige Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. 17 Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi

 

35 Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?

38 Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

 

Wir SINGEN oder LAUSCHEN

ttps://www.youtube.com/watch?v=dN6Jc0gUFAk

In manus tuas, Pater, commendo spiritum meum

In deine Hände, Vater, befehle ich meinen Geist, Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist 

 

 

FÜRBITTE

Gott, du Ursprung und Quelle,
unser Leben haben wir aus deinen Händen.
Deine Schöpfung ist wunderbar.
Du bist wunderbar.

Bebauen und bewahren sollen wir deine Schöpfung.
Hilf du uns dabei. Bleib an unserer Seite.
Ohne dich gehen wir in die Irre.
Ohne dich verlieren wir uns in Sorgen.

Bleib an der Seite aller,
die deiner Schöpfung Gutes tun,
sie vor Gift und Zerstörung schützen,
die sich denen in den Weg stellen,
die sie ausplündern und vergewaltigen.
Bleib an der Seite aller,
die auf Hass mit Liebe antworten.
Du liebst deine Schöpfung, treuer Gott – höre uns.

Bleib an der Seite aller,
die leiden, keinen Ort haben,
verfolgt und gefoltert werden.
Bleib an der Seite aller,
die verzweifeln und
ihren Lebensmut verlieren,
die trauern und resignieren.
Du liebst deine Menschen, treuer Gott – höre uns.

Bleib an der Seite aller,
die glauben,
die zweifeln,
die sich an deiner Liebe festhalten.
Bleib an der Seite unserer jüdischen Geschwister,
die heute das Neue Jahr begrüßen.
Bleib bei deiner Gemeinde,
bei allen, die zu uns gehören,
die wir lieben und die uns zu tragen geben.
Gott, du Ursprung und Quelle,
du sorgst für uns.
Dir vertrauen wir, durch Jesus Christus danken wir.
Treue Gott – höre uns heute und alle Tage.

 

Was uns noch auf dem Herzen liegt, bringen wir in der Stille vor dich

STILLE

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen

LUTHER GEBET für MITTWOCH, den 16. September 2020

Herzlich willkommen zu unserem Abendgebet am Mittwoch.

Wir sammeln uns um Namen Gottes, des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht preisgibt das Werk seiner Hände.

Amen

Gottesdienste fallen nicht mehr aus. Und doch sind sie anders als sonst.

Gott bleibt.

Mittwoch und Samstag abends um 21.00 Uhr wollen wir uns zum Gebet sammeln.              

Am Sonntag um 10.00 Uhr.

SICH BEREIT MACHEN

Ich suche einen guten Ort für mich. Er hilft mir, zur Ruhe zu kommen.

Ich entzünde eine Kerze.

Ich lasse mich von ihrem Licht bescheinen, das kann mir helfen, mich für die Gegenwart Gottes zu öffnen.

 

GEBET                                                                                         

Ewiger Gott, ich bin hier. (Wir sind hier).

Allein,

und doch verbunden in Gedanken und im Gebet,

durch Deinen Geist

mit Schwestern und Brüdern,

mit Freundinnen und Weggefährten.

Wir sind / Ich bin mit Herz und Seele von Zuhause dabei.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heilligen Geistes.

Bevor des Tages Licht vergeht,
o Herr der Welt, hör dies Gebet:
Behüte uns in dieser Nacht
durch deine große Güt´und Macht.

Hüllt Schlaf die müden Glieder ein,
laß uns bei dir geborgen sein
und mach am Morgen uns bereit
zum Lobe deiner Herrlichkeit.

Dank dir, o Vater, reich an Macht,
der über uns voll Güte wacht
und mit dem Sohn und Heil´gen Geist
des Lebens Fülle uns verheißt.

Amen

Heute möchte ich Sie zu einem Bach Abend einladen. Um innerlich ruhig zu werden LAUSCHEN wir Yo-Yo Ma – Bach: Cello Suite No. 1 in G Major, Prélude (Official Video)

https://www.youtube.com/watch?v=1prweT95Mo0


MEDITATION zur Bachkantate BWV 17 «Wer Dank opfert, der preist mich»

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

letzten Samstag konnten wir nach langer Zeit wieder das Bach Collegium Zürich live erleben. Aufgeführt wurde die Kantate für den 14. Sonntag nach Trinitatis «Wer Dank opfert, der preist mich». Heute Abend lade ich Sie ein, sich mit mir zu dieser Kantate Gedanken zu machen und sich dann an der Musik zu erfreuen.

Erstmals erklang diese Kantate am 22. September 1726 in Leipzig. Ausgerichtet am Thema und auch am Evangelium des Sonntags werden wir eingeladen über Dankbarkeit und Dank Gott gegenüber nachzudenken. Der Vers aus dem Psalm 50, der von dem unbekannten Dichter an den Anfang der Kantate gestellt wird, weist auf die Dankesschuld des Menschen für die von Gott geschenkten Wohltaten hin. Bach unterstreicht diesen Gedanken, indem er den Anfang der Kantate musikalisch eindrucksvoll gestaltet «Wer Dank opfert, der preist mich, und das ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes». Wir werden aufgefordert Gott zu danken. Nicht weil Gott diesen Dank nötig hätte, sondern weil Gott danken uns hilft an Leib und Seele heil und gesund zu werden.

Der erste Teil der Kantate besingt die weltumspannende Güte Gottes. Wir werden aufgefordert, um uns zu sehen, die Natur in ihrer Schönheit wahrzunehmen und dahinter die weltumspannende Güte Gottes zu erkennen. Es ist kein Zufall, dass alles in der Natur ineinandergreift, seinen Sinn und seine Ordnung hat. Wunderbar singt der Alt: «Es muss die ganze Welt ein stummer Zeuge werden/ von Gottes hoher Majestät/ Luft, Wasser, Firmament und Erden … Ihn preist die Natur mit ungezählten Gaben».

Die folgende Sopranarie bekräftigt das mit den Worten: «Wüsst ich gleich sonst nicht, wie herrlich gross du bist, so könnt ich es gar leicht aus deinen Werken sehen. Wie sollte man dich mit Dank davor nicht stetig preisen

Die Mitte der Kantate erinnert an die Geschichte von der Heilung der 10 Aussätzigen Männer im Lukasevangelium. 10 todgeweihte, von Aussatz befallene Männer, die am Rande der Gesellschaft leben, werden von Jesus geheilt. Einer allein kommt jedoch zu Jesus zurück und dankt ihm. Von diesem Evangeliumstext ausgehend, weist der zweite Teil der Kantate auf die Pflicht des Christen hin Gott zu danken.

In der darauffolgenden Tenorarie klingt das Dankgebet des geheilten Samariters nach, – für Bach nicht nur des Samariters, sondern jedes Menschen, der von einer schweren Krankheit wieder gesund geworden ist.  «Welch Übermass an Güte, schenkst du mir! Doch was gibt mein Gemüt dir dafür? Herr, ich weiss sonst nichts zu bringen, als das Lob zu singen». Musikalisch sind in dieser Arie die wichtigsten Worte durch ausgedehnte Koloraturen hervorgehoben: «Dank» und «Lob» werden betont. Dank ist die Aufgabe des Menschen und durch Lob und Singen kann der Dank unter anderem zum Ausdruck gebracht werden.  

Das Bass Rezitativ geht noch einen Schritt weiter und zählt auf, was wir mit «frohem Munde» an Geschenken Gottes im Leben geniessen dürfen: «Leib, Leben, und Verstand, Gesundheit, Kraft und Sinn … Lieb, Fried, Gerechtigkeit und Freud in deinem Geist» Währen wir die Musik Bachs hören, werden wir eingeladen, diese Liste mir Dingen aus unserem eigenen Leben zu vervollständigen und Gott dafür zu danken. Dazu lade ich Sie nun alle ein.

 Wir LAUSCHEN die Kantate JS Bach : «Wer Dank opfert»

https://www.youtube.com/watch?v=yob1mrDKNwg

 

GEBET

Wenn wir beten, Gott im Himmel,
ist es, als stiegen wir auf einer Leiter hinauf zu dir.
Wort für Wort, Stufe um Stufe.
Wir möchten uns lösen von dem, was uns bindet und niederzieht.
Wir möchten uns erheben und deinen Frieden sehen.
Doch wir steigen auf der Glaubensleiter mit einem Gepäck empor.
Wir nehmen die Gedanken an all diejenigen mit,
die deinen Frieden auch ersehnen:
die Kinder, Frauen und Männer,
die Gewalt erleiden,
die nach Gerechtigkeit hungern,
die einen sicheren Ort suchen.
Wir nehmen die Gedanken an all diejenigen mit,
die deiner Nähe bedürfen:
die Kinder, Frauen und Männer,
die aus ihrer Einsamkeit ausbrechen wollen,
die eine Richtung für ihr Leben suchen,
denen alles zu viel ist.
Wir nehmen die Gedanken an all deine Geschöpfe mit,
deren Dasein kostbar und bedroht ist:
die Menschen, Tiere, Pflanzen – ja, auch die Landschaften.
Mit schwerem Gepäck steigen wir auf zu dir, Gott im Himmel.
Deshalb bitten wir dich,
komm uns entgegen,
mach dich auf aus deiner fernen Höhe
und begib dich herab zu deiner Menschheit,
deiner Schöpfung.
Das ist unser Gebet, der Traum unseres Glaubens,
dass du zu uns kommst, bei uns bist, uns begleitest,
behütest und uns stark machst, die Aufgaben unseres Lebens anzunehmen,
Schritt für Schritt.
Wir steigen auf zu dir, Gott im Himmel.
Komm zu uns aus deiner fernen Höhe.
Dann wird diese Erde ein heiliger Ort des Friedens.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich wichtig ist: unseren Dank, unser Leben, unsere Freunden und unsere Sorgen, alle die Menschen die wir lieben…

STILLE

All das, für das ich jetzt gerade keine Worte finde, lege ich in das Gebet, das Jesus selbst und gelehrt hat.

VATER UNSER im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

SEGEN (die Hände evtl. zu einem Segenskörbchen falten)

Der Herr segne und behüte dich

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen