Herzlich willkommen zum 419. Luther Abendgebet am 5. August 2026.

Wir sind mitten im Hochsommer. Wir ächzen unter der Hitze, sorgen uns um Brände und um die Natur – und erfreuen uns zugleich an Wasser und Wind, an Ferien und Momenten der Entspannung.

So sammeln wir uns heute Abend
im Namen Gottes, der uns wie ein Vater und eine Mutter liebevoll umfängt,
im Namen Jesu Christi, unseres Herrn und Bruders, der uns im Leiden trägt und beisteht,
und im Namen der Heiligen Geistkraft, die uns miteinander und mit Himmel und Erde verbindet.

Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

In allem, was in dieser Welt und in unserem Leben geschieht und sich wandelt, gilt: Gott bleibt. Und unser Gebet bleibt.

 

BILD: Sonnenblumen Abend

Lied: „Gott gab uns Atem“, Fritz Baltruweit (EG 432)

https://www.youtube.com/watch?v=MZVFn8pQ64I

Auf Adlerflügeln – in einer überhitzten Welt

Die Hitze macht uns allen Mühe. Wir leiden darunter, sie beeinträchtigt den Kreislauf und macht uns viel schneller schlapp.

Aber nicht nur wir leiden darunter. Die Wiesen sind braun. Bäume und Wälder verlieren durch die Trockenheit ihre Blätter. Den Nutzpflanzen fehlt das Wasser zum Wachsen. Sogar die Sonnenblumen neigen schon trocken die Köpfe. Der Glaziologe Matthias Huss spricht von einer Katastrophe bezüglich unserer Gletscher. In ausgetrockneten Flussbetten kommen Dinge zum Vorschein, die seit Jahrtausenden verborgen waren. Und immer wieder sehen wir die Bilder der Feuer: brennende Wälder, evakuierte Dörfer, erschöpfte Feuerwehrleute, Menschen, die ihr Zuhause verlassen müssen.

Gleichzeitig wird inzwischen häufig nur noch von «Anpassung» gesprochen und nicht mehr davon, die Klimaerwärmung zu stoppen. Man redet von: hitzeresistenten Bäumen, Schutzbauten, Wassermanagement und neuen Kühlsystemen.

Ja, all das ist notwendig, sagt der Glaziologe Matthias Huss. Aber wir dürfen darüber nicht vergessen: Wir können noch immer dazu beitragen, dass die Folgen der Klimaerwärmung nicht noch schwerer werden. Es ist nicht alles verloren. Jeder vermiedene Teil weiterer Erwärmung zählt.

BILD: Tom Gainor / Unsplash

 Diese Bilder und Nachrichten machen etwas mit uns.

Sie machen traurig.

Sie bereiten Sorge.
Sie machen Angst.
Und sie lassen uns fragen, was noch kommen wird.

Und was bedeutet das für unser Leben, für das Leben unserer Kinder und Enkelkinder?

Natürlich können wir fragen, so wie Gideon das in der Bibel tut: «Ist der Herr mit uns, warum ist uns dann das alles widerfahren?» (Buch Richter 6.13). Wieso hält Gott das nicht auf? Wieso gebietet er nicht Einhalt, wenn er seine Schöpfung liebt?

Gott lässt die Warum-Frage zu. Er hört auch unsere Sorge, unsere Angst und unsere Klage. Er nimmt all unsere Gebete ernst, was tröstlich ist. Aber er wird nicht mit dem Finger schnippen und unser Planet ist plötzlich wieder heil. In Jesus Christus sehen wir, dass Gott dem Leiden dieser Welt nicht ausweicht. Er kommt mitten hinein, trägt es mit uns und zeigt uns, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort behalten.

 Im 2. Buch Mose 19,4 spricht Gott zu seinem Volk: «Ihr habt gesehen, wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht».

Und im 2. Korintherbrief 1,10 schreibt Paulus: «Auf Gott hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten».

Diese beiden Verse helfen mir. Dass Gott die Seinen auf Adlerflügeln trägt, das bedeutet nicht, dass jeder schwere Weg erspart bleibt, sondern genau das, was Paulus meint: Gott hilft, begleitet und rettet. Gott lässt uns nicht fallen.

Das Versprechen der Adlerflügel heisst: Ich lasse euch nicht allein. Ich helfe euch, wo ihr es aus eigener Kraft nicht bewältigen könnt. Ich begegne euch und begleite euch in dieser verletzten Welt. Ich stärke Menschen, die helfen. Ich schenke Mut zur Veränderung.

Ich bin da, wo Menschen einander vor Hitze schützen. Wo Feuerwehrleute gegen die Flammen kämpfen. Wo Bäume gepflanzt und Wälder gepflegt werden. Wo Menschen ihren Lebensstil verändern.  Ich bin da, wo Politiker mutige Entscheidungen treffen und viele Menschen an vielen kleinen Orten der Welt innovative Projekte ins Leben rufen.

 Christlicher Trost ist kein einfacher und billiger Trost.

Uns wird nicht gesagt: Es wird schon nicht so schlimm werden.

Im Gegenteil: Christlicher Trost nimmt uns und unsere Welt ernst.

Er sagt: Ja, es ist schlimm.
Ja, wir haben Grund zur Sorge.
Ja, wir müssen handeln.

Aber wir sind dieser Sorge nicht allein ausgeliefert.

Gott hält uns fest. Er trägt uns. Und weil er uns trägt, können wir aufstehen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam für das Leben eintreten.

Vielleicht erscheint das, was ein einzelner Mensch tun kann, sehr klein. Doch klein bedeutet nicht unwichtig. Jeder Schritt, der das Leben schützt, ist wertvoll. Deshalb darf keiner von uns nichts tun! Und viele kleine Schritte können gemeinsam etwas verändern.

Was wir aus Liebe zu Gottes Schöpfung tun, ist gut, wichtig und nicht vergeblich.

Amen

 MUSIK Michael Jackson: Heal The World – gesungen von Musik Travel World

Wir können die Welt nicht allein heilen. Aber wir können einander Sorge tragen, Verantwortung übernehmen und dort, wo wir leben, der Liebe und dem Leben dienen.

Davon erzählt auch das folgende Lied: «Heal the World» von Michael Jackson.

 https://www.youtube.com/watch?v=fHGddSGpGlc&list=RDfHGddSGpGlc&start_radio=1

 Heile die Welt,
mach sie zu einem besseren Ort –
für dich und für mich
und für die ganze Menschheit.

Menschen sterben.
Wenn dir das Leben der Menschen wirklich am Herzen liegt,
dann mach die Welt zu einem besseren Ort –
für dich und für mich.

 

FÜRBITTE

Du ewig Naher,

Du kennst mich,

bevor ich mich selbst verstehe.

Du siehst, was in mir wächst,

auch dort, wo ich nur Unsicherheit fühle.

Auch dort, wo mich Nachrichten und Erlebnisse

nur zwei Fragen stellen lassen:

Reicht das, was ich geben kann?

Hat das, was ich mache überhaupt Bedeutung?

Dort erinnerst Du mich:

Nicht meine Stärke trägt mich, sondern deine Gegenwart.

Und Du bist da!

Wo Angst mich klein macht, da lege Mut in mein Herz.

Wo ich verstumme, da lege deine Worte in meine.

Wo Leere wächst, da lass neue Lebensgeschichten beginnen.

Du rufst ja nicht erst, wenn ich bereit bin. Du gehst mit.

Gemeinsam wächst Deine Welt. Heute und morgen!

Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde,

wir bringen dir unsere Sorge um diese überhitzte und verletzte Welt.

Wir bitten dich für alle Menschen, die unter Hitze, Dürre und Wassermangel leiden.
Sei bei denen, deren Felder vertrocknen und deren Lebensgrundlage bedroht ist.
Schenke Schutz, Hilfe und neue Hoffnung.

 Wir bitten dich für alle, die gegen Wald- und Flächenbrände kämpfen.
Bewahre die Feuerwehrleute und alle Helfenden.
Sei bei den Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten,
und bei denen, die um Menschen, Tiere und ihre Heimat trauern.

 Wir bitten dich für deine Schöpfung:
für die Wälder und Wiesen, für die Tiere, die Pflanzen und die schmelzenden Gletscher.
Hilf uns zu erkennen, dass wir nicht über der Schöpfung stehen,
sondern ein Teil von ihr sind und Verantwortung für sie tragen.

Wir bitten dich für die Menschen, die politische und wirtschaftliche Entscheidungen treffen.
Schenke ihnen Mut, Weitsicht und die Bereitschaft, nicht nur das Bequeme,
sondern das Notwendige zu tun.

 Und wir bitten dich für uns selbst:
Bewahre uns davor, vor Angst zu erstarren oder gleichgültig zu werden.
Zeige uns, was wir tun können.
Gib uns Kraft für die kleinen Schritte und Vertrauen darauf,
dass auch ein kleiner Einsatz für das Leben gut, wichtig und nicht vergeblich ist.

Trage uns auf Adlerflügeln,
wenn die Sorgen zu schwer werden.
Verbinde uns miteinander und lass uns gemeinsam für das Leben eintreten.

 Persönliche Bitten

Vater unser im Himmel 

geheiligt werde dein Name;

dein Reich komme;

dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern;

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit

Amen.

 MITTEILUNGEN

Herzliche Einladung:

Am Sonntag zum Gottesdienst in der Martin-Luther Kirche um 10.00 Uhr mit Pfr. Thomas Risel.

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Wir danken allen, die mit unterwegs sind in Gebet und Gemeinschaft, und wünschen noch eine friedliche und erholsame Sommerwoche.

Bleiben wir verbunden. Gott ist da.

Herzliche Grüsse nach nah und fern!     

Marion Werner mit Thomas Risel

 Segensgebet

Du, Gott,

der du der Welt jeden Tag von neuem Licht und Leben gibst.

Lass dein Angesicht leuchten: über uns,

über allen, denen wir begegnen

und über allem, was auf uns zukommt.

Dein Licht breite Glanz über jeden Tag und erhelle unsere Wege,

die uns führen durch Höhen und Tiefen.

Dein Licht vertreibe alle Angst und Sorge aus unseren Herzen

und schenke uns Hoffnung und Freude.

So bitten wir durch Christus, unseren Herrn und Bruder.

Amen.

 

MUSIK zum Ausklang: May It Be gespielt von Stjepan Hauser

https://www.youtube.com/watch?v=_ZW5B6nZ8Xw&list=RD_ZW5B6nZ8Xw&start_radio=1